Fragen und Antworten zur Sommersportart Gras-Ski

Kaum bekannt aber mächtig rasant: Gras-Ski

Gras statt Schnee: Der 16-jährige Luis Lohrmann vom Skiclub Helsa bei der Abfahrt auf Grasskiern. Foto: privat/nh

Helsa. Im Winter ist auf dem Skihang in Helsa meist einiges los. Diejenigen, die es nicht mehr aushalten, bis es wieder kalt wird, haben an diesem Wochenende die Möglichkeit, das Gras-Skifahren kennenzulernen. Wir beantworten vorab die wichtigsten Fragen.

Seit wann gibt es das Gras-Skifahren?

In Nordhessen war das Gras-Skifahren in den 70er-Jahren populär. Seitdem fristet die Ausrüstung bei vielen Skifreunden ein Kellerdasein. In Österreich wurde laut Wikipedia bereits 1883 ein „Rollskischuh“ zum Patent angemeldet, der jedoch schnell wieder in Vergessenheit geriet. Der Vorläufer der heute verwendeten Gras-Skier wurde 1960 von dem Deutschen Josef Kaiser entwickelt, um den Alpinskiläufern eine Trainingsmöglichkeit zu geben. In den 1960er- und 1970er-Jahren verbreitete sich die neue Sportart von Deutschland aus zunächst über Österreich, Schweiz und Italien, anschließend in Westeuropa, im asiatischen Raum und in Australien.

Welche Wettkämpfe gibt es?

In Deutschland gibt es eine Pokalserie für Kinder, Erwachsene und Senioren. Daran gekoppelt sind internationale Wettkämpfe und Rennserien. Im Jahr 1971 wurde erstmals ein Europacup ausgetragen, 1976 wurde die erste Europameisterschaft veranstaltet, und seit 1979 finden alle zwei Jahre Weltmeisterschaften statt.

Wie sieht die Ausrüstung aus?

Die Skier sind zwischen 80 (Kinder) und 110 Zentimeter (Erwachsene) lang. Gefahren wird auf Kunststoffrollen, die mit einem Textilband verbunden sind. Als Skischuh kann der normale Winterschuh benutzt werden, der mit Schnellbindung an die Rollen gekoppelt wird. Die herkömmlichen Stöcke müssen wegen der Rollen etwas länger sein, es eignen sich aber ausziehbare Walkingstöcker. Zum Skihelm sollten Protektoren getragen werden, wie sie Inliner benutzen.

Ist Grasskifahren gefährlicher als das herkömmliche Skifahren?

Der Aufprall ist härter als im Pulverschnee, und das Gras brennt, wenn man hinfällt. Das Sturzrisiko ist geringer, weil das Gedrängel auf den Pisten nicht so groß ist.

Ist es eine effektive Form der Vorbereitung auf die Wintersaison?

Auf alle Fälle. Vor allem, wenn man keine Skihalle zur Verfügung hat oder aus finanziellen Gründen keine Möglichkeit besteht, auf den Skipisten in Chile oder Argentinien zu trainieren.

Was macht den besonderen Reiz aus?

Man spricht gern vom Sommercarven, weil man leicht zwischen engen oder weiten Kurven wechseln kann und weil sich der Aufkantwinkel der Rollen leicht variieren lässt. Profis können zudem bis zu 100 Stundenkilometer schnell werden.

Nähere Infos und Meldung unter www.skiclub-helsa.de. Bei der Veranstaltung sind Trainer vor Ort, Anfänger sind willkommen.

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