Ruder-Idol Marcel Hacker macht Schluss und erinnert sich gern an Kasseler Jahre

Rückblicke: Im Sommer 2000 wurde Marcel Hacker mit Trainer Andreas Maul (links) beim CFRV verabschiedet nach Sydney (Bild links). Im März 2001 wurde er dann neben Leichtathletin Florence Ekpo-Umoh in Kassel als Olympiadritter geehrt (Bild rechts). Fotos:  Rosenthal/nh

Kassel. 25 Jahre lang war Marcel Hacker Leistungssportler, „22 davon in der Weltspitze“, wie er selbst stolz ergänzt. Aber nun, mit 39, ist Schluss. In Gesprächen mit der Magdeburger Volksstimme und der HNA zog der Ruderer nun Bilanz seiner Karriere – auch über die vier Jahre in Kassel.

Seine Karriere

„Ich bin völlig im Reinen mit mir und stolz auf die Leistung, die ich erbracht habe“, sagt Hacker. In Rio war er beim Aus im Halbfinale des Doppelzweiers mit dem Rostocker Stephan Krüger wieder einmal kollabiert. Aber angesichts von Olympiabronze 2000 in Sydney und dem WM-Triumph 2002 in Sevilla erklärt er auch: „Ich hatte einfach eine geile Zeit.“

Seine Kasseler Jahre

„Nach Kassel habe ich bis heute sehr gute Verbindungen und gute Freunde“, berichtet Hacker. Von 2000 bis 2004 startete er für den Casseler Frauen-Ruderverein (CFRV), bei dem sein Trainer Andreas Maul (Sontra/Kassel; 1998 - 2008) Mitglied war und noch immer ist. Damals hatte der ebenso ehrgeizige wie eigenwillige Skuller seine Heimat Magdeburg verlassen – auch wegen Dissonanzen im Deutschen Ruder-Verband.

„Die Kasseler haben mich großartig aufgefangen und sich unglaublich gut um mich gekümmert. Dank der Kasseler Sparkasse bekam ich auch ein maßgefertigtes Boot“, erinnert sich Hacker und sagt heute: „Diese vier Jahre waren kein durchlaufender Posten in meinem Leben, sondern haben mich sehr weitergebracht.“

Seine Familie

Seit fünf Jahren ist das Ruder-Ass mit Katina verheiratet, Sohnemann Haakon Theodor ist sechs. „Er spielt Handball, ist mehr Teamplayer als ich“, sagt Individualist Hacker und lacht dabei. Die Familie lebt in Blankenburg am Harz.

Die Perspektive

„Es ist Zeit für den Generationenwechsel“, erklärte Marcel Hacker beim Empfang des SC Magdeburg, als er den Abschied vom Leistungssport verkündete. Er verspüre „große Erleichterung, dass dem größten Abschnitt meines Lebens nun ein ganz neuer folgen wird“. Geplant, aber noch nicht vertraglich fixiert ist, dass er als Rudertrainer in Magdeburg arbeiten wird. „Da laufen Gespräche mit zwei, drei Partnern, und ich wäre glücklich, wenn das langfristig als Vollzeitstelle klappen würde“, sagt Hacker. Der einstige Industriemechaniker bei der Deutschen Bahn hat bereits mit Spaß und Erfolg Trainingslager für Jugendliche ausgerichtet. „Ich höre auf leistungsmäßig zu rudern, aber ich bin nicht aus der Welt.“

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