Verbandsliga Nord 

Sandershausen gewinnt Derby gegen Türkgücü: Nach dem Jubel kommt die Pflege

Da feiern sie die Führung: (von links) Tobias Rühlmann, Torschütze Bruno Luis und Zakariae El Jamouhi von der TSG Sandershausen. 
+
Da feiern sie die Führung: (von links) Tobias Rühlmann, Torschütze Bruno Luis und Zakariae El Jamouhi von der TSG Sandershausen. 

Zur Belohnung für den Derbysieg hieß es für die Spieler der TSG Sandershausen: „Bevor ihr ihn die Kabine geht, lauft ihr alle noch mal über den Platz und stopft die Löcher!“

Die Verbandsliga-Fußballer waren nach dem 3:1-Erfolg am Sonntagnachmittag gegen Türkgücü Kassel mit dem Jubeln noch nicht ganz fertig, da war auch schon die Platzpflege angesagt. Der Rasen des Sportplatzes an der Heiligenröder Straße hatte in den 90 Minuten zuvor aber auch gelitten.

Kurz vor dem Anpfiff hatte der Stadionsprecher noch übers Mikrofon verkündet: „Ich kann Ihnen warmen Kaffee und selbstgemachten Kuchen ans Herz legen.“ Die rund 150 Zuschauer waren zum Großteil dann aber doch eher wegen des Fußballs erschienen. Diesen zu spielen, das war gar nicht so einfach auf dem tiefen Boden in Sandershausen. Es waren andere Qualitäten gefragt. Zweikampf. Wille. Biss. Die Sandershäuser machten von Beginn an deutlich, dass sie dafür bereit sind.

Bereits in der dritten Minute ging das Heimteam in Führung. Nach einer Ecke rutscht der Ball durch die Mitte zum zweiten Pfosten, dort steht Innenverteidiger Bruno Luis und staubt ab. In der Folge war die TSG spielbestimmend, drückte Türkgücü in die eigene Hälfte und entschied die Duelle im Mittelfeld für sich.

Der Ausgleich kam da eher aus dem Nichts. Torhüter Loic John hat den Ball in der 16. Minute eigentlich sicher, lässt ihn wieder fallen und Emre Bicer schiebt ihn rein. Die Sandershäuser waren sauer, wollten ein Foul an ihrem Schlussmann gesehen haben. Doch Schiedsrichter Dennis Meinhardt gab den Treffer. Meinhardt hatte nach zwölf Minuten schon drei Spieler verwarnt. Es bestand die berechtigte Sorge, dass die Partie so nicht mit 22  Spielern zu Ende gehen würde. Ging sie aber. Weil Meinhardt das Derby durch die frühen Gelben Karten dann doch beruhigte.

Zweimal jubelte Sandershausen in Hälfte eins bereits, zweimal hob der Linienrichter die Fahne. Abseits. In der zweiten Halbzeit wurde dem Heimteam gar ein dritter Treffer aberkannt. Dennoch ging es für die TSG mit einer Führung in die Pause. Bei einem Konter findet Kapitän Christopher Minne mit einer Flanke Tobias Rühlmann – der köpft genau ins Eck zur Führung (37.). Das 3:1 resultierte dann ebenfalls aus einem Konter. Und was für einem. Hinten grätscht Magnus Künkler einen Gegenspieler ab und hält den Ball so im Spiel, leitet den Angriff ein. Felix Bredow spielt einen klasse Pass in die Schnittstelle auf Zakariae El Jamouhi, der bedient Sascha Hebold im Strafraum. Hebold macht noch eine Drehung und knallt den Ball rein.

TSG-Trainer Bernd Hüter war hinterher vollauf zufrieden. „Unsere Taktik ist aufgegangen. Alles war überragend. Ich finde heute kein Haar in der Suppe“, sagte er. Vor der Platzpflege nach Spielschluss schützte das seine Spieler nicht.

Hüters Gegenüber Hüseyin Üstün stand übrigens nicht auf dem Spielberichtsbogen und durfte während des Spiels auch nicht auf der Bank sitzen. Nach der zweiten Gelb-Roten Karte in dieser Saison bei der Partie gegen Vellmar wurde er für vier Spiele gesperrt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.