Vor Ort beim Topspiel der Badminton-Hessenliga zwischen Kassel und Darmstadt

Mal sanft, mal mit Kraft

Schmetterball: Im Damendoppel schauen Maria-Victoria Wendt (vorne) und Kathrin Tepel vom 1. BC Kassel dem Schmetterball von Wendt hinterher. Fotos: Malmus

Vellmar. Langsam aber sicher darf der 1. BC Kassel den Sekt kaltstellen. Der 6:2-Sieg über den BV Darmstadt war so etwas wie die Vorentscheidung im Aufstiegskampf der Badminton-Hessenliga. Eindrucksvoll stellte das Team um Mannschaftsführer Marc Götze unter Beweis, warum es ungeschlagen an der Tabellenspitze steht. Der Aufstieg in die Oberliga scheint nur noch Formsache. Wir waren beim Topspiel gegen den Verfolger aus Südhessen vor Ort.

Mit einem entspannten Federballspiel im Strandurlaub hat das nichts zu tun. Wahrlich nicht. Beim Badminton in der Sporthalle Brüder-Grimm-Straße in Vellmar geht es zur Sache. Die Akteure hechten mit ihren Schlägern über das Parkett – den Federball immer im Blick. Mal wird er sanft über das Netz gestreichelt, mal mit brachialer Gewalt auf die Gegenseite gedroschen.

Eines der wohl spannendsten Aufeinandertreffen an diesem Abend ist das erste Herrendoppel. Brisanz pur, fast eine Stunde lang. Für den BC stehen Marc Götze und Danny Pohl am Netz. Und siehe da: mit ihren Darmstädter Kontrahenten gibt es noch eine offene Rechnung zu begleichen. Beim 7:1-Hinspielerfolg der Kasseler hatte das Duo Götze/Pohl noch das Nachsehen. Gelingt die Revanche? Zugegeben, zunächst sieht es nicht danach aus. Die beiden verlieren den ersten Satz. Und dann auch noch das: Götzes Oberschenkel macht Probleme. Angeschlagen geht es für ihn aber weiter.

„Ich konnte keinen Ausfallschritt mehr machen. Im Doppel kann man das aber noch kompensieren“, sagt er später. Die Kasseler melden sich im zweiten Satz erfolgreich zurück. Pohl ballt die Faust, Götze lächelt verschmitzt – 21:15. Es geht also in den entscheidenden dritten Satz. Den Spielern ist die Intensität dieses Doppels anzusehen. Sie sind ständig in Bewegung, ständig fokussiert. Der Schweiß fließt die Stirn hinunter, das Handtuch ist im Dauereinsatz. Je länger das Spiel geht, desto lauter stöhnen die Akteure bei den Ballwechseln.

Für die Kasseler wird es ein Kraftakt mit Happy End. Der dritte Satz geht an das BC-Duo - die Revanche ist geglückt. Auch danach läuft es nahezu nach Wunsch für die Gastgeber und ist eine Demonstration der Spielstärke des Tabellenführers. Rein rechnerisch ist der Aufstieg trotz des klaren Erfolges zwar noch nicht in trockenen Tüchern. Wer aber soll den BC auf seinem Weg Richtung Oberliga noch stoppen, wenn schon der Zweite kaum Chancen hat?

Auch Götzes Zweifel am Aufstieg sind überschaubar: „Es müsste schon vieles schief laufen“, sind seine Worte. Der 45 Jahre alte Routinier ist zufrieden. Offensichtlich befasst er sich bereits mit der kommenden Saison: „Wir haben eine gute Mannschaft, die das Zeug dazu hätte, sich in der Oberliga zu etablieren“, lobt Götze das gesamte Team.

Der Aufstieg für die Kasseler scheint also so gut wie sicher – es wäre der krönende Abschluss einer starken Saison.

Von Raphael Wieloch

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