Athleten aus der Region für Olympische Spiele nominiert

Schäfer doch bei Olympia am Start

Jetzt doch nominiert: Die Bad Wildunger Siebenkämpferin Carolin Schäfer hofft darauf, in Tokio ihre alte Form zu finden.
+
Die Bad Wildunger Siebenkämpferin Carolin Schäfer hofft darauf, in Tokio ihre alte Form zu finden.

Das deutsche Aufgebot für die Sommerspiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) umfasst nach der fünften und letzten Nominierungsrunde durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) über 420 Aktive. Unser regionaler Überblick:

Leichtathletik

Nachdem Melat Kejeta (Laufteam Kassel) für den Olympia-Marathon bereits am 15. Juni nominiert worden war und die Berufung von Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack (LG Göttingen) vorgestern erwartungsgemäß erfolgte, war es vor allem spannend, wie der DOSB im Fall von Siebenkampf-Star Carolin Schäfer aus Bad Wildungen entschied.

Die 29-jährige Vize-Weltmeisterin von Eintracht Frankfurt hatte zwar 2019 die Olympia-Norm erfüllt und war auch in der Weltrangliste auf Platz 11 positioniert, hatte aber aufgrund von starken Corona-Nebenwirkungen nicht den vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) geforderten Leistungsnachweis erbringen können.

Das sei ihr „ohne eigenes Verschulden“ nicht möglich gewesen, argumentierte der DOSB und verzichtete auf den Leistungsnachweis. Die Nordhessin habe zudem „in den vergangenen Tagen in einem Trainings-Vierkampf Leistungsdaten erbracht, die eine stark ansteigende Form nachweisen“, führte DOSB-Sprecherin Ulrike Spitz auf Nachfrage der HNA und mit Verweis auf ein Schreiben des DLV aus. „Keine andere deutsche Athletin erleidet durch einen Start von Carolin Schäfer einen Nachteil.“

Das ist der Fall, da neben Carolin Schäfer mit Vanessa Grimm aus Hofgeismar nur noch eine weitere deutsche Mehrkämpferin die Olympia-Startberechtigung besitzt. Damit kommen beide deutschen Starter im 24er Siebenkampf-Feld in Tokio aus Nordhessen. „Für mich wird ein Kindheitstraum wahr“, zeigte sich Vanessa Grimm vom Königsteiner LV überglücklich. Die 24-Jährige hatte sich durch die Top-Platzierungen in Götzis Ende Mai und in Ratingen Mitte Juni in der Weltrangliste um über 50 Ränge auf Platz 22 verbessert.

Einmal bei Olympia dabei zu sein – dieses große Ziel kann auch der überraschend ebenfalls nominierte 200-Meter-Sprinter Steven Müller aus Kassel erreichen. Dank starker Leistungen aus dem WM-Jahr 2019 reicht dem 30-Jährigen, dem in dieser Saison zur Norm (20,24 Sekunden) eine halbe Sekunde fehlte, Weltranglistenrang 72. Nach der „Road To Tokyo“-Liste ergatterte er den drittletzten von 56 Startplätzen über 200 Meter. „Einfach nur geil – ich bin mega-glücklich“, meinte der Athlet der LG Friedberg-Fauerbach. „Ohne meinen Trainer Otmar Velte hätte ich das nie geschafft.“

Kanu

Ein Traum geht in Erfüllung für die Kasseler Kanutin Sarah Brüßler, die für die Rheinbrüder Karlsruhe startet. „Wir sind jetzt auf der Zielgeraden. Ab Mittwoch gehe ich nach Duisburg ins letzte Trainingslager, und am 25. Juli fliegen wir nach Tokio“, sagte die 27-jährige Psychologie-Studentin gestern am Telefon. Starten wird Brüßler in Japan im Zweierkajak zusammen mit Caroline Arft aus Essen. Mit der war Brüßler bereits 2017 U23-Vize-Weltmeisterin geworden.

Schießen

Es war keine Überraschung mehr: Bereits seit Anfang Mai stand fest, dass Oliver Geis als zweiter deutscher Starter in der Kategorie Schnellfeuerpistole in Tokio dabei sein wird. Jetzt folgte die offizielle Nominierung des DOSB. Der 30 Jahre alte Schütze des SV Verna-Allendorf ist damit zum zweiten Mal bei Olympia dabei. In Rio de Janeiro 2016 verpasste er den Einzug ins Finale. Jetzt gibt es für den früheren Vizeweltmeister und Europameister die zweite Chance. (Sebastian A. Reichert, Martin Scholz und Manuel Kopp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.