Vor Ort: Windstärke-Kapitän führt Kegler zum Heimsieg und erhält Lob vom Gegner

Schlitzberger? Sensationell

Hatte den Dreh raus: Uwe Schlitzberger war der überragende Kasseler Kegler zum Start der Aufstiegsrunde. Foto: Schachtschneider

Kassel. Sein Alter: 51. Seine große Leidenschaft: Sportkegeln. Sein Name: Uwe Schlitzberger. Der Kapitän der Windstärke 10 Kassel war der Mann des Tages beim Heimsieg des Zweitligisten zum Auftakt der Aufstiegsrunde. Mit 909 Holz hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass die Kasseler mit 5032 Zählern wie erhofft die drei Konkurrenten Gelsenkirchen (5012), SK Kamp-Lintfort (5007) und ESV Siegen (4853) hinter sich ließen. Der Wettkampftag aus Sicht Schlitzbergers:

VOR SEINEM AUFTRITT

Zehn Minuten bevor sich die vier Teams erstmals den 60 Zuschauern auf der Anlage im Kasseler Kegelzentrum Auepark präsentieren, hält sich der Windstärke-Mannschaftsführer im angrenzenden Fitnessclub auf und vollführt abseits der Geräte den immer gleichen Bewegungsablauf: Er läuft zwei, drei Schritte an, geht in die Knie und schwingt den rechten Arm durch. Gleich muss er diesen kurzen Weg 120 Mal mit einer Kugel in der Hand meistern. „Ich bin heute Morgen ziemlich nervös“, bekennt Schlitzi, wie ihn seine Kollegen rufen. Der Teller randvoll mit Spaghetti Bolognese, den er sich ganz bewusst am Vortag des Wettkampfs gegönnt hat, hilft nicht gegen übermäßige Anspannung.

DER AUFTRITT SELBST

Der 51-Jährige findet hervorragend rein, zeigt sich hochkonzentriert. „Die Nervosität ist schnell verflogen, nachdem die ersten Kegel gut gefallen waren“, wird Schlitzberger später bei seiner Analyse sagen. Dabei ist einer seiner Gegner in diesem Block die absolute Nummer eins der Liga. Kamp-Lintforts Mike Mertsch ist ein bisschen so wie der Slowene Peter Prevc im Skispingen: immer Extraklasse. Und Schlitzberger ist in dieser Liga eher so der Severin Freund. Doch heute hat Freund am Ende dann die Nase vorn.

Bereits vor seinem letzten Wurf hat er die magische Zahl von 900 Holz sicher. Als er dann zum 120. Mal die Kugel aufgesetzt hat, reißt er die Arme in die Höhe. „Ich wusste, dass es eine Neun wird. Aber es war ja so oder so schon ein Super-Ergebnis“, erklärt Schlitzberger. Er erhält Beifall von allen Beteiligten. „Saustark“, ruft ihm Vereinskamerad Andreas Niemczyk zu. Mertsch fällt Schlitzberger sogar anerkennend um den Hals. „Das war sensationell, denn die Bahnen in Kassel verzeihen keine Fehler“, lobt der 36 Jahre alte Mertsch, am Ende mit 879 Leistungspunkten immerhin Drittbester des Tages, den Kontrahenten.

NACH SEINEM AUFTRITT

Als Schlitzberger fertig ist, ist der Wettkampf noch längst nicht fertig. Erst in fünf Stunden wird der Senioren-Nationalspieler wissen, ob er den Grundstein zum Erfolg seines Teams gelegt hat. Zwar kommt vor allem Aufstiegsfavorit Gelsenkirchen in der Folgezeit mächtig auf, die Nordhessen zeigen sich aber mannschaftlich durchaus geschlossen. Manfred Pagel (848), Frank Weitzel (803), Dirk Westmeier (811), Ingo Mandelik (807) sowie der besonders nervenstarke Sportwart Niemczyk (854) sicherten den Sieg, durch den die Windstärke sogar noch auf die Vizemeisterschaft hoffen darf.

Weiter geht es für die vier Klubs am 9. und 10. April mit dem Wettkampf in Kamp-Lintfort. Auch da wird wieder einiges auf das Duell zwischen Schlitzberger und Mertsch ankommen.

Von Björn Mahr

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