Vor Ort bei den Herkules Games in der Fuldaaue: Von Kraft, Geschicklichkeit und ganz viel Ausdauer

Schnelle Männer, starke Frauen

Auf ins kühle Nass: Bei den Herkules Games mussten die Sportlerinnen und Sportler auch durch die Fulda schwimmen. Neben Ausdauer waren aber auch Kraft und Geschicklichkeit gefragt. Fotos: Fischer

Kassel. Kraft, Geschicklichkeit, Ausdauer und noch viel mehr – das war bei den Herkules Games in der Kasseler Fuldaaue gefragt. Wir waren vor Ort und haben die Sportler begleitet.

• Freitag, 6.30 Uhr: Die Kleeblätter im Kassel-Wappen sind für die nächsten 48 Stunden abgelöst: Kugelhanteln zieren nun die linke und rechte Seite der Fulda im Stadtsymbol. Zum dritten Mal hat Jörn Perlwitz, Inhaber der CrossFit Schmiede Kassel, zu den Herkules Games auf den Auedamm geladen. In acht Disziplinen messen sich je 15 Frauen- und Männerteams aus ganz Deutschland.

Der Aufbau beginnt in aller Frühe einen Tag vor dem Wettkampf. Auf dem Gelände der ACT Kassel soll Festivalstimmung einkehren: Ein großes Zelt wird aufgebaut, in dem unter anderem olympisches Gewichtheben ausgetragen wird.

Samstag, 6 Uhr: Thomas Knorr und rund 20 Mitstreiter aus Celle machen sich auf den Weg nach Kassel. „Wir sind von Anfang an dabei“, sagt Knorr, der die Sportler als Zuschauer anfeuern wird. „Kassel war eine der ersten Städte, die einen solchen Wettkampf initiiert haben, und die Stimmung ist immer super.“

• 9.15 Uhr: Vor dem Zebrastreifen auf dem Auedamm bildet sich eine Schlange aus Autos. Frauen und Männer in Sporttrikots queren die Straße. Sie haben in der Aue gerade die erste Disziplin der Herkules Games absolviert: einen Lauf über 1800 Meter. Schweiß rinnt über Muskeln und Tattoos.

• 10 Uhr: Lars Jakobeit von CrossFit Aorta Berlin hebt 146 Kilogramm im olympischen Gewichtheben. „Persönliche Bestleistung“, grinst der Hüne mit Herkulesfigur, der zum zweiten Mal in Kassel antritt. „Der Versuch war zwar nicht schön, aber er ging nach oben.“ Dass es regnet, ist Jakobeit egal. Das Publikum, vor dem Zelt mit Regenschirmen ausgestattet, motiviert ihn.

• 11.10 Uhr: Petra Gallus ist aufgeregt: In ihrem ersten CrossFit-Wettkampf muss die gebürtige Kroatin aus Berlin gleich in die Fulda springen. Bei bedecktem Himmel und Nieselregen. „In meiner Heimat ist das Wasser so klar, dass man bis zum Boden schauen kann. Hier nicht“, sagt Gallus, die seit anderthalb Jahren Crossfit macht. Doch sie ist unerschrocken: Im Badeanzug geht’s schließlich ins kühle Nass.

• 17 Uhr: Die Helfer haben gute Laune: Endlich kommt die Sonne raus. 60 Ehrenamtliche der Kasseler CrossFit Schmiede sind im Einsatz. „Unglaublich, was die leisten“, sagt Perlwitz. „Und alles andere als selbstverständlich.“ Tobias Wollenhaupt ist einer von ihnen. Aus Mainz ist er in die alte Heimat gekommen, um zu unterstützen. „Die Herkules Games sind eine coole Veranstaltung, und in Kassel ist alles so familiär.“ Es gibt Helfer für den Auf-, Um- und Abbau, ein Medienteam, Juroren und Wettkampfaufseher.

• 20 Uhr: Die Sieger werden mit Herkulesstatuen geehrt: ein Stück Kassel fürs Wohnzimmer. Bei den Herren gewinnt das Team Foodspring mit Athleten aus Essen, Greifswald und Flensburg. Bei den Damen liegen die Berlinerinnen vorn. Kassel landet als Dritter auf dem Podest. „Eine tolle Leistung“, lobt Perlwitz, der mit dem Wettkampf insgesamt sehr zufrieden ist. Der Abbau geht dann bis spät in die Nacht. Herkules Games sind eben eine echte Herkulesaufgabe.

Von Carina Wagener

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