Nordhessen sind Vorreiter bei umfangreicher Strukturreform – Entscheid am Sonntag

Schützen schaffen die Gaue ab

Frankfurt. Der Hessische Schützenverband will seine Struktur verschlanken und die Gaue als mittlere Ebene abschaffen.

Stattdessen sollen die Schützenkreise vergrößert und dann als Bezirke an die Größe der kommunalen Kreise angepasst werden. So, wie der Landessportbund vor Jahren seine Sportkreise reformiert hatte.

Vorreiter für diese Entwicklung waren zwei nordhessische Kreise: Kassel-Stadt und Wolfhagen, die 2013 den Schützenkreis Kassel West gebildet haben. Für Nordhessen werden nun fünf Bezirke vorgeschlagen: Kassel (Kassel Nord, Ost und West sowie Hofgeismar), Werra-Meißner (Eschwege und Witzenhausen), Schwalm-Eder (Melsungen, Fritzlar/Homberg und Ziegenhain), Hersfeld/Rotenburg (Hersfeld und Rotenburg) und Waldeck/Frankenberg (Arolsen, Bad Wildungen, Eisenberg und Frankenberg) mit zusammen rund 30 000 Mitgliedern in 371 Vereinen.

Dieser neue Zuschnitt findet viel Zustimmung, doch Hersfeld und Frankenberg lehnen die größere Einheit ab. „Wir werden niemanden zum Zusammenschluss zwingen“, sagte Landesschatzmeister Friedhelm Wollenhaupt bei einer Kreisversammlung in Rotenburg. Schon jetzt wurden 31 neue Formationen aus den 57 Kreisen in Hessen gebildet, 20 sind das Ziel dieses Projekts, das aus den Schützenkreisen und Gauen angeregt worden sei.

Endgültig muss die Strukturreform von der Delegiertenversammlung des 65. Hessischen Schützentages am kommenden Sonntag in Wald-Michelbach im Odenwald beschlossen werden, die Umsetzung könnte dann 2017 umgesetzt werden. Der Zeitplan: Auflösen der Schützenkreise und Schützengaue am 31. Juli, verwaltungstechnische Umstellung im August und Beginn der neuen Schützenbezirke oder -kreise am 1. September 2017.

Hintergrund: Die sportlichen Folgen der Reform

Wenn die Reform wie geplant beschlossen und umgesetzt wird, dann werden Gaumeisterschaften zuletzt 2017 ausgetragen, ab 2018 aber gestrichen und damit als dritte Meisterschaftsstufe nach den Vereinen und Kreisen wegfallen. Aktive qualifizieren sich dann direkt von der Kreisebene für die Landesmeisterschaften.

Im Leistungssport bleibt es beim dreigliedrigen Ligasystem. Das wird nach dem Wegfall der Gau- und Oberligen in neuer Form organisiert. Vorgesehen sind als Überbau wie bisher die landesweite Hessenliga und darunter die 2. Hessenliga Nord und Süd. Darunter sind jeweils 20 Bezirksligen vorgesehen, im Norden die Bezirksligen Kassel, Werra/Meißner, Schwalm-Eder, Waldeck/Frankenberg, Hersfeld/ Rotenburg, Marburg/Biedenkopf, Vogelsberg und Fulda. Bei den Rundenwettkämpfen auf Kreisebene sind keine Veränderungen geplant. (zvk)

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