Wegen Erhöhung der Hallenmiete: Modellprojekt könnte nach 21 Jahren enden

Schul-Eishockey vor Aus

Die Lichter gehen aus: Die seit Langem etablierte Eishockey-AG der Kasseler Georg-August-Zinn-Schule erfreute sich seit ihrer Gründung regen Zuspruchs. Nun scheint es, als müsse sie eingestellt werden. Archivfoto: dpa

Kassel. Geht es in Kassel um Eishockey, stehen die Huskies im Blickpunkt. Oder Nachwuchsmannschaften der Eishockey Jugend Kassel. Dass es seit 21 Jahren auch Schülern der Georg-August-Zinn-Schule (GAZ) möglich war, dem Puck nachzujagen, ist weniger bekannt. Nun aber scheint das Ende der Erfolgsgeschichte eingeläutet.

Die Kasseler Sportstätten KG (Kaspo) als Hallenbetreiber erhöhte die zuvor mit 65 Euro moderate Miete für eine Stunde Eiszeit auf 240 Euro. Für die Schule zu viel. Lehrer Norbert Reinhold, einer der Initiatoren, hofft, dass der Hallenbetreiber doch noch von seiner Forderung abrückt. Versuche der Schule, bei der Kaspo einen Ansprechpartner zu finden, seien bisher gescheitert.

Alexander Wessel, Pressesprecher der Huskies, äußert sich im Namen der Kaspo so: „Zu unseren Kunden zählen viele, die als Hobby Eishockey, Curling oder Eiskunstlauf betreiben. Sie zahlen pro Stunde den vollen Mitpreis von 240 Euro. Aus Gründen der Gleichbehandlung können wir keine besseren Konditionen anbieten.“

Die Eishockey-AG wurde von Herbert Appel, damals Geschäftsführer der Huskies, Uli Egen, seinerzeit Manager, den Lehrern Joachim Gubisch und Reinhold, sowie dem Huskies-Jugendtrainer Egon Imiolczyk gegründet. Ziel war es, Kinder und Jugendliche für das Eishockey zu begeistern, Nachwuchstalente zu finden und ein attraktives Freizeitangebot zu gestalten. Dies gelang, wie die stets große Nachfrage bewies. Unterstützt wurde das Projekt von den Huskies, der Familie Kimm als Halleneigner, der Kaspo und später auch durch die Kasseler Eissporthallen-Betriebsgesellschaft (KEBG).

Durch finanzielle Zuwendungen aus der Elternspende der GAZ sowie Ganztags- und Europaschulmitteln wurden Ausrüstungsgegenstände für nahezu 20 Schüler angeschafft, um auch den Kindern finanziell schwächer gestellter Eltern den Eishockeysport zu ermöglichen. Das Training leiteten ausgebildete Kräfte sowohl der Huskies-Jugend als auch der GAZ.

Mehrere Schüler fanden über das Projekt den Weg zu den Huskies. Prominentestes Beispiel ist Artjom Kostyrev, der spätere DEL-Profi. Zu den Höhepunkten der AG zählen die Freundschaftsspiele gegen eine Schule in Bad Wildungen. Es sollten die einzigen bleiben, denn andere Schulen, an denen Eishockey gespielt wurde, gab es in der Region nicht.

Auch Pesut spielte mit

Ebenfalls unvergessen bei den Kindern blieben die Besuche der Huskies-Profis, die oft beim Training vorbeischauten oder gelegentlich sogar mit aufs Eis gingen wie George „Chief“ Pesut. Archivfoto: privat/nh

Von Wolfgang Bauscher

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