TSV Steinbach: In sieben Jahren aus der B-Klasse in die Regionalliga

Der Serienaufsteiger

Der Trainer und sein Stürmer: Steinbachs Meistercoach Peter Cestonaro (rechts) und Keigo Matsuda. Foto: Kasiewicz

Steinbach. Ungefähr 900 Einwohner wohnen im Haigerer Stadtteil Steinbach. Das Besondere an dem Ort: Hier findet in fast jedem Jahr eine Aufstiegsfeier statt. Der TSV Steinbach schaffte mit dem 3:0-Erfolg am Samstag in Schwalmstadt den Aufstieg in die Fußball-Regionalliga. Es war der sechste Aufstieg im siebten Jahr. Das ist wohl einmalig in Deutschland.

Vor sieben Jahren spielte der kleine Klub noch in der B-Liga – und nächste Saison gegen Traditionsmannschaften wie Waldhof Mannheim, FC Homburg und den KSV Hessen Kassel. Ohne Geld ist solch ein märchenhafter Aufstieg natürlich nicht möglich und da kommt Roland Kring ins Spiel. Der Chef des international erfolgreichen Bremsenherstellers Sibre wollte vor sieben Jahren eigentlich nur die erste Mannschaft mit Trikots ausstatten. Doch der frühere Spieler stieg gleich groß ein. In einem Interview sagte er: „Ich habe keine Ahnung von Fußball.“

Erfolgstrainer Cestonaro

Dafür holte er vor zwei Jahren Peter Cestonaro, den früheren Sturmführer von Darmstadt 98 und des KSV Hessen Kassel. Der legte mit dem Durchmarsch von der Verbands- in die Regionalliga gleich einen Doppelaufstieg hin. Der Mittelhesse ist bescheiden, wollte selbst vor dem Spiel gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Schwalmstadt das Thema Regionalliga nicht wirklich kommentieren. Nur soviel: „Sicherlich müssen wir uns für die Regionalliga noch einmal verstärken.“ Und gerade dort beginnt oft der Niedergang für „neureiche“ Klubs, wenn sie beginnen, zu viele abgehalfterte Ex-Profis für viel Geld zu holen.

Team aus der Region

In Steinbach (Zuschauerschnitt: 600) hingegen ist alles auf Nachhaltigkeit aufgebaut. Der Kader - und darauf sind die Steinbacher stolz - besteht fast ausschließlich aus Spielern, die nicht weniger als 40 Kilometer entfernt aufgewachsen sind. Zudem sind die meisten Kicker jung und haben entsprechendes Entwicklungspotenzial. Aber irgendwann ist auch das Spielerpotenzial in Mittelhessen und dem angrenzenden Siegerland erschöpft.    

Einen ersten namhaften Neuzugang zur neuen Saison gibt es bereits - Julian Jakobs. Der Mittelfeldspieler kommt von Drittligist Rostock zum zukünftigen Regionalligisten. Aber auch er stammt aus dem Siegerland.

Professionelle Strukturen wurden bereits rund um den Verein geschaffen. Eine Fußball-GmbH wurde gegründet, mit dem früheren Lokaljournalisten Matthias Georg als Geschäftsführer. Die Professionalisierung auf allen Ebenen ist notwendig. Denn welch ein Sprung zwischen der Hessenliga und der Regionalliga besteht, erlebte Steinbach im Hessenpokal. Es setzte eine 1:3-Niederlage. Gegen den Regionalligisten KSV Hessen Kassel.

Von Daniel Schneider

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