Drei Fußballer, die unbedingt auf den Platz zurückkehren wollen

Sie haben noch längst nicht fertig

Philipp Prantschke
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Philipp Prantschke

Ihre Fußball-Karrieren müssten sich altersbedingt dem Ende zuneigen. Nun kam ihnen auch noch die Pandemie in die Quere. Wir fragten Routiniers der Region nach ihrer Gefühlslage und wollten wissen, ob und wie es für sie weitergeht.

Daniel Beyer

Auch als 38-Jähriger hat Daniel Beyer längst nicht genug. „Die Leidenschaft ist da wie immer schon. Die Einstellung ebenso, egal, ob 18 oder 38. Da hat sich 0,0 verändert“, sagt der Mann von Verbandsligist CSC 03 Kassel. Die meiste Zeit seiner Karriere trat er in Regional- und Hessenliga an. Was ihm während der langen Spielpause zugutekam: „Ich wollte meine Laufbahn nicht von Corona beenden lassen. Da hat mir die Vertragsverlängerung bis 2022 geholfen, mir Ziel und Motivation gegeben.“

Wobei Beyer, der schon immer intensiv an der Fitness arbeitete, eigentlich keine extra Motivation benötigt. „Im Gegenteil. Ich musste mich eher noch bremsen und bewusst etwas weniger machen“, sagt er. Dennoch räumt er ein: „Manchmal denkt man nach der langen Zeit schon, es wäre das Einfachste, alles jetzt im Stillen zu beenden. Aber dann denkt man an den Moment, an dem es wieder losgeht mit dem Fußball, und sofort ist das Feuer wieder da.“ Trotzdem überkommt ihn gelegentlich das Gefühl, die Zeit liefe ihm weg. „Ich war ja selten verletzt und bei meinen Klubs meist gesetzt. Daher hat mir nichts so viele Spiele genommen wie Corona.“ Sonst wären es mittlerweile weit mehr als 600 Partien, so liegt er weiterhin knapp unter der rekordverdächtigen Marke.

Philipp Prantschke

Der Gedanke ans Ende der Karriere kam Philipp Prantschke schon hin und wieder. Aber nie hielt er sich lange. „Unter diesen Bedingungen will ich schon gar nicht aufhören. Fit halten will und muss man sich ja sowieso, was schwerer ist als mit Mitte 20. Aber ich habe gemerkt, wie sehr mir das Spielen fehlt“, sagt der Routinier von Gruppenligist TSV Hertingshausen, der im Juni 38 wird. Joggen findet er auf Dauer langweilig. So schaut er, wie er betont, „von Jahr zu Jahr. Hauptsache, mit dem Team macht es weiterhin Spaß.“ Allerdings würde Prantschke „sofort Platz machen, wenn die Jungs sagen, dass sie den alten Knochen nicht mehr brauchen. So lange sie mich wollen, bleibe ich“. Dass er durch die Zwangspause den Anschluss eher verlieren könnte als die Jüngeren, glaubt er nicht. Und bezieht sich auf Vater Horst Prantschke, einst mit dem KSV Baunatal in der 2. Liga unterwegs. „Die ehrgeizige Einstellung habe ich von ihm mitbekommen. Entweder man macht etwas richtig, oder gar nicht“, sagt der Sohn. So ist auch die Anfrage der Altherren des TSV kein Thema: „Nee, da bin ich noch nicht. Das kommt nicht in Frage.“

Christian Haldorn

Auch für Christian Haldorn ist der Abschied vom aktiven Fußball kein Thema. „Obwohl ich zumindest schon mal gedacht hatte, kürzerzutreten.

Aber so will ich nicht aufhören, zumal mir die Pause nicht so viel ausmacht. Dazu fühle ich mich zu fit, und Angst vor Verletzungen nach dem Neustart habe ich auch nicht“, sagt der knapp 37-Jährige vom TSV Rothwesten. „Das Alter“, stellt er weiter fest, „ist doch nur eine Zahl.“ Ins Nachdenken käme er allerdings dann, wenn die Corona-Pause noch länger dauere: „Irgendwann bringt es dann wirklich nichts mehr, noch mal anzufangen.“ Anstatt zu kicken spielte Haldorn in den vergangenen Monaten oft Tennis. Mit seinem 22-jährigen Teamkollegen Finn Rüb. „Dabei hat er gegen mich ziemlich alt ausgesehen“, sagt Haldorn süffisant. (Wolfgang Bauscher)

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