Siebenkämpferin Carolin Schäfer: „Habe von beiden Sportarten profitiert“

Das große Ziel ist Rio de Janeiro: Ab Mai wird es für Siebenkämpferin Carolin Schäfer in Sachen Qualifikation ernst. Archivfoto: dpa

Kassel. Als Siebenkämpferin hat sich Carolin Schäfer international einen Namen gemacht. Bevor sich die 24-Jährige für die Leichtathletik entschied, spielte sie Handball - und auch das sehr erfolgreich.

Früh übt sich: Carolin Schäfer 1999 beim Handball.

Beim ehemaligen Bad Wildunger Leistungszentrum gehörte sie von der C- bis zur A-Jugend zu den Leistungsträgerinnen. Am Sonntag kann Schäfer ihren Handball-Sachverstand beweisen. Das Bundesligaspiel der MT Melsungen gegen Balingen-Weilstetten wird die gebürtige Bad Wildungerin an der Seite von Jens Nähler für Radio HNA kommentieren.

Frau Schäfer, können Sie sich noch an den 29. März 2006 erinnern ?

Carolin Schäfer: Puh, war da mein letztes Handballspiel?

Genau. Beim 30:24 haben Sie für die A-Jugend der HSG Bad Wildungen in Walldorf neun Tore geworfen ...

Schäfer: Das war mit mein bestes Spiel. Da blicke ich sehr gern drauf zurück.

Da bleibt die Frage: Wäre aus der Siebenkämpferin Carolin Schäfer auch eine herausragende Handballerin geworden?

Schäfer: Ich wollte damals unbedingt noch einen DHB-Lehrgang mitmachen und bin dort unter die sieben besten Spielerinnen gekommen. Ich hätte auch im Handball eine gute Karriere hingelegt.

Was hat den Ausschlag für die Leichtathletik gegeben?

Schäfer: Es fiel mir schwer, dass man mit einer Mannschaft verlieren kann, auch wenn man persönlich eine gute Leistung zeigt. Deswegen fiel mir die Entscheidung am Ende leicht, in die Individualsportart zu gehen. Da bin ich für mich selber verantwortlich.

Sind sich Siebenkampf und Handball ähnlich?

Schäfer: Ich habe von beiden Sportarten profitiert. Im Handball habe ich eine gute allgemeine motorische Ausbildung bekommen, die mir bei der Leichtathletik geholfen hat.

Haben Sie noch einmal Handball gespielt?

Schäfer: Ich habe noch mein Abitur im Handball gemacht. Ansonsten habe ich nicht mehr gespielt, weil ich dem Verletzungsrisiko aus dem Weg gehen wollte. Aber das Kribbeln in den Fingern ist immer noch da. Vielleicht nehme ich später ja noch mal einen Handball in die Hand.

Die Deutschen Handballer haben ihr Ticket für Rio in der Tasche, für Sie wird es im Mai in Sachen Olympische Spiele ernst.

Schäfer: Ich will mich im ersten Qualifikationswettkampf in Götzis gleich für das Olympia-Ticket empfehlen. Das wird die erste Standortbestimmung für mich.

Ihre Bestleistung von 6547 Punkten hatten Sie 2015 in Götzis aufgestellt. Die soll dieses Jahr fallen, oder?

Schäfer: Auf jeden Fall. Mit 6547 Punkten kannst du international ganz vorn nicht wirklich mitreden. Für mich ist es wichtig, jedes Jahr eine Schippe draufzupacken. In Götzis will ich 6500 Punkte abrufen und mir damit das Olympia-Ticket fast schon sichern. Am Ende soll es in Richtung 6600 Punkte gehen.

Die Olympia-Norm steht bei 6200 Punkten: Nur eine Formsache?

Schäfer: 6200 Punkte reichen nicht aus. Wer nach Rio will, muss 6400 anbieten.

Wie läuft die Vorbereitung?

Schäfer: Ich bin sehr zufrieden. Drei Trainingslager liegen hinter mir. Ich bin seit Januar mit meiner Polizeiausbildung fertig und freigestellt. Ich kann mich so bis zu den Spielen komplett auf den Sport konzentrieren. Da ist mir eine große Last genommen worden.

Woran wurde gefeilt?

Schäfer: Der Fokus im Winter lag auf Weitsprung und Kugelstoßen. Im Weitsprung haben wir die Technik komplett gebrochen, um einen neuen Ansatz zu finden. Da sind wir auf einem guten Weg. Beim Kugelstoßen ging es darum, die Trainingsleistungen auch beim Wettkampf zu zeigen. Das ist mir in der Halle gelungen. Da habe ich Hallenbestleistung gestoßen.

Sie zieren das Plakat für das Mehrkampfmeeting in Ratingen. Unterstreicht das Ihren Stellenwert in der deutschen Mehrkampfszene?

Schäfer: Ich war letztes Jahr von den Punkten her beste Deutsche und Dritte der Weltrangliste. Das ist der Lohn für die harte Arbeit. Es ist eine Ehre, das Gesicht der Veranstaltung zu sein.

Vervollständigen Sie bitte folgenden Satz: Am 13. August 2016 wird Carolin Schäfer bei den Olympischen Spielen...

Schäfer: ...überglücklich im Ziel sein und auf jeden Fall eine Bestleistung erreicht haben.

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