Handball-Oberliga: Vellmar muss gegen Dutenhofen/Münchholzhausen ran

Nun sind alle gefordert

Nur so geht’s: Vellmars Trainer Andreas Paul muss mit seiner Mannschaft am Sonntag gegen Dutenhofen/Münchholzhausen antreten. Foto: Malmus

VELLMAR. Der TSV Vellmar ist so schlecht wie selten in die Saison 2017/18 der Handball-Oberliga der Männer gestartet. Mit 2:10 Punkten steht man nach sechs Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Vellmar hat zwar die meisten Tore (189) der Liga erzielt, aber auch die meisten Gegentore gefangen (217). Vor dem Gastspiel des Tabellenzweiten HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II am Sonntag um 18 Uhr in der Vellmarer Großsporthalle beleuchten wir das bisherige schlechte Abschneiden der Nordhessen. Sechs Aspekte:

1.Kader: Zum Saisonende 2016/17 haben vier Säulen die Mannschaft verlassen bzw. müssen pausieren: Benny Gunkel, Peter Petrovszki, Jannik Steiner und Danny Körber. So etwas ist nur schlecht zu kompensieren. Auch wenn Dany Körber vorerst wieder zur Verfügung steht.

2.Defensive: Die Abwehr spielt selten wie aus einem Guss. Sie bewegt sich zu langsam und nicht im Verbund, es wird zu wenig kommuniziert. Die Deckung reagiert nur. Das hat in Vellmar schon besser geklappt, nur aktuell nicht. Und alles kann Christian Gumula im Tor nicht ausbügeln. Dazu lässt das Rückzugsverhalten nach einem eigenen Angriff zu wünschen übrig. Das trägt zur Verunsicherung bei.

3.Ausfälle: Durch das Fehlen von Leistungsträgern, auch für eine Verschnaufpause, geht oft im Spiel die Linie verloren. Die Akteure stoßen an Grenzen. Können ihr Potenzial nicht regelmäßig abrufen, sind limitiert. Da hilft auch Kampfgeist nicht.

4.Stimmung: Die Mannschaft des TSV Vellmar war immer eine „Kumpeltruppe“, das hat zusammen geschweißt. Aktuell ist sie das nicht. Es gibt immer wieder Unstimmigkeiten, die Unruhe ins Gefüge bringen. Jeder Spieler sollte sich klar machen, dass Handball ein Mannschaftssport ist. Und dass es nur miteinander geht.

5.Gegner: Gegen die U 23 der HSG Wetzlar hat der TSV nichts zu verlieren. Und er darf auch gegen die Mittelhessen verlieren, aber das „Wie“ wird entscheidend sein. Untergehen ist verboten. Die Mannschaft muss zeigen, dass sie in die Oberliga gehört und nicht jetzt schon als Absteiger gehandelt werden kann.

6.Perspektive: Die Arbeit des Trainers kann nur erfolgreich sein, wenn die Mannschaft mitzieht, das umsetzt, was er fordert. Vorausgesetzt, es ist das Richtige. War das bisher so, wird die Mannschaft am Sonntag auch für den Trainer spielen müssen. Darüber hinaus muss der Verein, egal, wie die Partie am Sonntag ausgeht, tätig werden, will man die Klasse halten. Es muss adäquate Verstärkung her, auch wenn die nur schwer zu finden ist.

Von Peter Fritschler

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