"Man muss sich immer wieder selbst überwinden“

Skateboard-Feriencamp in Kassel: Wer hinfällt, steht wieder auf

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Gleichgewicht gefragt: Beim Feriencamp trainieren (von links) Rick und Maya aus Kassel das Skateboardfahren.

Kassel. 30 Kinder erlernen beim Feriencamp der Sportjugend Region Kassel und des Skateboardvereins „Mr. Wilson“ in der Mr.-Wilson-Skatehalle in Kassel das Skateboarden. 

Maya steht auf ihrem bunten Skateboard. Ein lila Helm schützt ihren Kopf. Mit gebeugten Knien holt die Achtjährige Schwung auf einer Mini-Rampe. Vor Stürzen mit dem Board fürchtet sich Maya nicht. Schließlich kann man ja wieder aufstehen.

Die Sportart erfreut sich seit Jahren immer größerer Beliebtheit. 2020 messen sich die besten Skater das erste Mal bei Olympia. Dabei spielt auch Kassel eine Rolle, schließlich ist hier seit Kurzem einer der fünf Olympia-Stützpunkte in ganz Deutschland.

Skaten als Kopfsport

Beim Skaten wird vor allem der Kopf gefordert. Fahrer brauchen Selbstvertrauen und Mut: „Wer Skateboard fährt, bewegt sich jedes Mal etwas aus seiner eigenen Komfortzone hinaus. Denn Stürze können natürlich wehtun. Man muss sich immer wieder selbst überwinden“, sagt der Geschäftsführer des Skatebordvereins, Matthias Weiland. Er selbst fährt seit mehr als 20 Jahren. Auch er falle zwei- bis dreimal pro Woche hin.

Dass auch bei den Großen nicht immer jeder Trick klappt, ermutigt Rick. Der Neunjährige steht seit vier Jahren auf seinem Board: „Skaten macht viel Spaß. Nur das Hinfallen nicht. Aber so schlimm ist das auch nicht“, sagt er.

Vom Gleichgewichthalten zum Ollie

Beim Feriencamp lernen die Kinder, wie sie auf einem Board stehen: „Am Anfang wird der Gleichgewichtssinn trainiert. Die Jugendlichen müssen ein Gefühl für das Brett mit vier Rädern entwickeln“, sagt Sven Rückebeil von der Sportjugend Region Kassel.

Jeder wird beim Feriencamp individuell betreut. Die Anfänger werden beim Fahren zunächst von Trainern festgehalten: „Es ist wie beim Fahrradfahren. Irgendwann lassen wir los und die Kinder müssen sich allein auf dem Board halten“, sagt Weiland. Die geübteren Jugendlichen befahren die größeren Rampen in der Skatehalle. Dabei feilen sie an ihrer Fahrsicherheit. Der nächste große Schritt sei der Ollie-Trick. Dabei hebt der Fahrer mit dem Board vollständig vom Boden ab.

Graffiti-Kurs und Maskenbau

Nur in der Skatehalle würden die Kinder lernen, wie sie richtig fahren. Die Rampen mit unterschiedlichen Radien und Höhen würden die Geschwindigkeitsübertragung ständig verändern. Ein Gefühl dafür bekommen die Jugendlichen auf der Straße nicht: „Da gibt es mal eine Bordsteinkante. Ansonsten ist die Fahrbahn immer ziemlich gleich“, sagt Weiland. Beim Feriencamp skaten die Kinder nicht nur. Bei einem Graffiti-Kurs bemalen die Teilnehmer eine Fassadenwand der Skatehalle. Zudem werden alte Boards zu Masken recycelt.

Im Mittelpunkt steht aber das freie Fahren. „Beim Skaten kann man seine Grenzen immer wieder verschieben. Kein Fahrer kann alles beherrschen. Dafür gibt es viel zu viele Tricks“, sagt Weiland. Das mache die Faszination und Einzigartigkeit der Sportart aus.

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