Skaterhockey-Zweitligist zieht Mannschaft zurück

Erfolgsgeschichte der TGW Kassel Wizards endet jäh

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Aus und vorbei: Nach dem Rückzug der Kassel Wizards wird es Torjubel wie hier von (v. links) André Haaf, Sven Mecke und Daniel Preuß nicht mehr geben. 

Die Erfolgsgeschichte endet jäh. Wenige Wochen, bevor sie in ihre neunte Saison starten wollten, verkündeten die TGW Kassel Wizards den Rückzug aus dem Skaterhockey-Spielbetrieb.

Die Wizards wurden 2012 gegründet. Viele von ihnen spielten zuvor Inlinehockey und/oder Eishockey. Auch Huskies wie Manuel Klinge, Michi Christ und Alex Heinrich wirkten mit. Der sportliche Höhenflug führte die Kasseler bis in die Bundesliga. Nach dem Abstieg 2017 gehörten sie zwei Jahre lang zu den Spitzenklubs der 2. Liga. Zudem spielten sie im deutschen Pokalfinale und im Europapokal.

Für die neue Saison hatten die Wizards gemeldet und standen im Training, obwohl bereits zwei Abgänge klar waren. Kürzlich aber verkündeten weitere Spieler ihr Ausscheiden. Die Brüder André und Marc Haaf verlassen Kassel aus beruflichen Gründen, Marvin Liebringshausen muss wegen Schichtarbeit verzichten und auch Daniel Kreuz kann nicht mehr dabei sein. „Mit neun Feldspielern konnten wir nicht in die Saison gehen. Mal ist dazu einer verletzt, mal jemand im Urlaub“, sagt Torjäger Sven Mecke. Die Kasseler hätten Partien absagen müssen, was hohe Konventionalstrafen nach sich gezogen hätte: „Außerdem hätten wir damit unseren guten Ruf verloren.“

Besonders für ihn war das Aus hart. „Die Wizards sind mein Baby, das war meine Idee. Das tut schon weh“, sagt Mecke. Doch auch Erleichterung schwingt mit. „Als die Entscheidung fiel, ist mir andererseits ein Stein vom Herzen gefallen. Es war viel Arbeit damit verbunden, besonders bei den Heimspielen. Deshalb waren mir die Auswärtsspiele fast lieber“, erklärt Mecke und fügt hinzu: Ohne die Arbeit von Teammanager Philipp Donth wäre das alles nicht zu stemmen gewesen.“

Das Ende der Wizards bedeutet der Rückzug gleichwohl nicht. „Der Trainingsbetrieb geht weiter, und wir nehmen an Turnieren teil. Zudem ist es interessant, dass plötzlich wieder Leute ins Training kommen, die seit Jahren nicht mehr da waren“, sagt Mecke. Zudem würden einige Wizards bei anderen Klubs noch ein paar Jahre dranhängen. Natürlich bleibt auch der Stand der Wizards auf der Wehlheider Kirmes erhalten. „Der gehört dazu und wird gut angenommen. Zumal die Huskies dann in der Saisonvorbereitung stehen und gern mal auf ein Bier vorbeikommen.“

In dieser Skaterhockey-Saison geht somit keine Mannschaft aus der Region auf Punktejagd. Im Inlinehockey sieht es besser aus, obwohl auch dort die Zahl der Teams abnimmt. Die SG Baunatal-Kaufungen ist mit einer U16 und einer U19 in der Oberliga vertreten. Bei den Erwachsenen kooperiert die SG mit den Nordhessen Hornets, dem letztjährigen Oberliga-Vizemeister. Als SG Kaufungen Hornets spielt das Team in der neu gegründeten Pro Roller Hockey-League.

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