Handball-Drittligist bezwingt Essen nach dramatischer Schlussphase 26:25

Späte Steigerung bringt Eintracht Baunatal dritten Sieg

Alle Ziehen und Zerren nutzte nichts: Baunatals Kevin Trogisch (beim Wurf) war von den Essenern Calvin Schenderlein (links) und Jonas Kämper nicht zu halten.
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Baunatals Kevin Trogisch (beim Wurf) war von den Essenern Calvin Schenderlein (links) und Jonas Kämper nicht zu halten.

„Die Jungs haben mich heute fertiggemacht. Jetzt brauche ich zwei Tage Ruhe“, brachte Dennis Weinrich nach der Schlusssirene mühsam hervor. 26:25 (11:14) hatten die von ihm trainierten Drittliga-Handballer des GSV Eintracht Baunatal in eigener Halle dank eines mächtigen Endspurts gegen den Tusem Essen II gewonnen. Obwohl es bis in die dramatischen letzten Minuten hinein nicht nach dem dritten Sieg im dritten Saisonspiel ausgesehen hatte.

„Ich habe zuvor gedacht, dass wir das Ding gewinnen müssen, egal wie. Hauptsache, wir holen auch diese Punkte. Jetzt ist es genauso gekommen. Aber mit weniger Drama hätte ich es auch genommen“, sagte Weinrich. Tatsächlich waren die Essener ein kniffliger Gegner. Vor allem in der ersten Hälfte stürzten sie die Eíntracht-Abwehr in manche Verlegenheit. Viel zu leicht kam der Tusem zu Abschlüssen, immer wieder spazierten Nils Homscheid und Jonas Kämper durch die Deckung.

Die Baunataler fanden aber uch im Angriff lange keine Mittel, um die Zweitliga-Reserve und deren starken Torhüter Arne Fuchs in Bedrängnis zu bringen. Zudem leistete sich der GSV rund 20 Fehlwürfe und zehn technische Fehler. Und war neben allen Schwächen auch noch im Pech. Mehrmals sprang der Ball nach eigenen Versuchen vom Innenpfosten zurück ins Feld, während mehrere abgefälschte Würfe der Gäste den Weg ins Tor fanden. Abpraller landeten fast immer bei den Westdeutschen.

Ab der 8. Minute lag die Eintracht nur hinten. Immerhin steigerte sich Schlussmann Marian Mügge nach einer feinen Parade (16.) und trug großen Anteil am späten Sieg. „Bis dahin hätte ich auch schon einige halten können. Dann waren es plötzlich fünf am Stück. Mit etwas Glück und viel Kampf haben wir dann durchgezogen und gewonnen. Kompliment an die Jungs“, sagte er.

14:19 lag Baunatal hinten (37.), und wenig deutete auf den Erfolg hin. „Wir waren am Boden. Vielleicht hat letztlich unsere größere Routine den Ausschlag gegeben“, sinnierte Weinrich. Plötzlich stand seine Deckung und bekam den quirligen Kämper in den Griff. Im Angriff warfen Kevin Trogisch, Marvin Gabriel und Phil Räbiger alles in die Waagschale. Fynn Reinhardt drehte auf und glänzte mit drei späten Toren. Sieben Minuten vor Schluss zog der GSV gleich (23:23). Mit Gabriels feinem Wurf zum 26:24 (59.) war alles klar. „Es ist so extrem ermüdend, immer hinterherzurennen und nicht ranzukommen“, war auch er trotz aller Freude fast zu geschafft zum Jubeln.

Als sich die erste Anspannung bei Weinrich gelegt hatte, kehrte Erleichterung ein. Zumal, wie er betonte, „der Sieg nicht gerecht war. Essen hatte zumindest einen Punkt verdient. Aber egal, ich bin überglücklich mit den sechs Punkten. Auch deshalb, weil jetzt ganz schwere Spiele auf uns zukommen.“ Erfreuliches gab es auch für die zuvor Verletzten: Gabriel spielte beschwerdefrei, Trogisch biss sich durch und Felix Gessner kehrt wohl früher zurück als angenommen. (Wolfgang Bauscher)

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