Junge Fußballerinnen sind beim Stützpunkt-Training in Dennhausen einmal im Monat unter sich

Mit Spaß und viel Ballgefühl

Motiviert beim Training: Im Stützpunkt Dennhausen trainieren Victoria Pfaff (vorne) sowie (hinten von links) Nova Wicke, Yanica Nikel, Nele Bartholmai und Nadja Kotopka. Fotos: Schachtschneider

Fuldabrück. Der Wind pfeift, der Regen peitscht: Fußball-Trainer Heinz Broll bietet an, kurz unters Vordach zu gehen. Doch davon wollen die fünf Mädchen, die heute beim U11-Stützpunkt-Training für Fußball-Juniorinnen auf dem Sportplatz in Fuldabrück-Dennhausen dabei sind, nichts wissen. „Der Regen macht uns nichts aus“, sagt die zehnjährige Nova Wicke, die als Abwehrspielerin in Melsungen spielt. „Ein bisschen dreckig werden gehört beim Fußball dazu.“

Die Mädchen genießen es, einmal im Monat unter sich zu sein. Zwölf Spielerinnen aus der Region sind momentan im Kader. Alle von ihnen spielen sonst in Jungs-Mannschaften – häufig als einziges Mädchen. Und sind leidgeprüft: „Manchmal ärgern die Jungs uns“, sind sie sich einig. „Die schießen mit Bällen, stecken uns Eis ins Trikot oder erzählen, wer, in wen verliebt ist.“ Im Stützpunkt tauschen sich die Mädchen aus, trainieren konzentriert und arbeiten gemeinsam an ihren Schwächen.

Broll, der den Juniorinnen-Stützpunkt seit gut vier Jahren betreut, genießt die Arbeit mit den Mädchen. „Das ist ein Gedicht“, schwärmt er. „Alle sind begeistert dabei und bringen vollen Einsatz.“ Kein Wunder, dass er von „seinen Mädchen“ spricht, wenn er von der Arbeit erzählt. Die ganzheitliche Ausbildung steht für den Inhaber der B-Lizenz im Vordergrund. „Dabei ist mir die Arbeit mit dem Ball ganz wichtig.“ Für die heutige Trainingseinheit steht das Passspiel mit Torabschluss auf der Agenda. Torhüterin Victoria Pfaff bekommt einiges zu tun. Die Neunjährige trainiert sonst in Großenenglis und ist schon länger beim Stützpunkttraining dabei.

Für Yanica Nickel ist heute Premiere. Die neunjährige Hombergerin hat bei einem E2-Spiel gegen Wabern so gute Leistungen gezeigt, dass sie angesprochen wurde, ob sie nicht mal zum Stückpunkt-Training kommen wolle. Vater Carsten Nickel begleitet seine Tochter, der die erste Einheit sichtlich Freude bereitet. „Ich würde gern wiederkommen“, sagt Yanica.

„Wir sind schon seit einem Jahr dabei“, erzählt Nicole Bartholmai, die ihre Tochter Nele heute zum Training gebracht hat. „Das Stützpunkttraining bringt die Kinder richtig weiter. Sie kommen mit viel Selbstbewusstsein zurück ins normale Vereinstraining.“

Nach ihrem Ziel für die Fußball-Karriere gefragt, sind sich alle Mädchen schnell einig: „Wir wollen in die Frauen-Nationalmannschaft.“ Broll tut sein Möglichstes, um sie auf dem Weg nach oben zu begleiten.

Von Carina Wagener

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