Sicherheit auch ein Thema

Nach Todesfall in Kreisliga B: Spendenaktion für Familie von Uli W.

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Kann leben retten: Defibrillatoren gibt es auch vermehrt auf den heimischen Sportplätzen.

Kassel. Knapp eine Woche nach dem tragischen Tod des Fußballers Uli W. vom TSG Wattenbach II in der Kreisliga B ist die Bestürzung immer noch groß.

Die Fußballer der Region beschäftigen derzeit das Thema Sicherheit und eine Spendenaktion. Die beiden Mannschaften der Söhrewälder, bei denen Uli. W. gespielt hatte, haben am Wochenende spielfrei, aber viele andere Vereine sind wieder im Einsatz. Eine Spendenaktion und die Sicherheit auf den Plätzen werden zu den Gesprächsthemen rund um die Spiele zählen. Wir beantworten wichtige Fragen zu diesen Themen.

Um was für eine Spendenaktion handelt es sich? 

Nach dem Tod von Uli W. ist die Idee entstanden, dass Fußball-Klubs bei ihren Heimspielen des kommenden Wochenendes von jeder verkauften Eintrittskarte einen Euro an die Familie des Verstorbenen abführen. Den Vereinen ist die Ausgestaltung dieser Anregung selbst überlassen.

Wer hatte die Idee für die Spendenaktion?

Christian Haldorn

Sie stammt von Christian Haldorn, Kapitän des BC Sport Kassel. „Ich bin schon mein Leben lang Fußballer. Ich habe mit meinem Verein gesprochen, und wir finden das ist eine gute Idee“, sagt Haldorn und fügt hinzu: „Wir Fußballer gehören alle zusammen und müssen gerade in schweren Stunden zusammenstehen.“ Mit einem Brief wendeten sich der BC Sport und sein Kapitän an die anderen Vereine, um sie zur Unterstützung der Aktion zu motivieren.

Wie sind die Reaktion anderer Klubs?

Die Idee von Haldorn findet viele Unterstützer. „Der Kreisfußballausschuss würde es begrüßen, wenn sich viele Vereine dem Vorschlag anschließen“, heißt es in einer Mail des Ausschusses an die Vereine. „Es haben sich schon ein paar Vereine gemeldet, die es gut finden“, sagt der Stellvertrende Kreisfußballwart Horst Riemenschneider.

Darunter ist der OSC Vellmar. „Wir machen auf jeden Fall mit“, sagt OSC-Abteilungsleiter Rainer Rethemeier, der früher zusammen mit Uli W. in einem Team spielte. „Es ist eine tolle Geste.“

Auch der SV Germania begrüßt Haldorns Idee. „Mir ist das sehr wichtig, weil ich selbst schon einen Herzinfarkt hatte. Im Verein waren wir uns daher schnell einig “, betont der Vorsitzende Joachim Hartmann. Am Wochenende spendet der Klub teilweise den Verkaufserlös von Kaffee und Kuchen bei seinen Jugendspielen und eine Woche darauf den Ertrag aus dem Kartenverkauf bei erster und zweiter Mannschaft. „Zudem stellen wir Spendenbüchsen auf und sammeln bei unserem Familien-Oktoberfest am 3. Oktober“, sagt Hartmann.

Wie sieht es auf den Sportplätzen mit der Ausstattung von Defibrillatoren aus?

Auf den heimischen Sportplätzen ist die Situation unterschiedlich. Manche Sportplätze haben einen Defibrillator. Bei einigen Heimspielen von Vereinen, auf deren Sportplätzen es kein Gerät gibt, bringen diese die Sanitätsdienste mit. Bei den Regionalliga-Spielen des KSV Hessen Kassel im Auestadion ist immer ein Wagen des Arbeiter-Samariter-Bundes vor Ort. Bei anderen Spielen gibt es keinen.

Beim OSC Vellmar hängt im Stadion und beim Kunstrasenplatz jeweils ein Defibrillator. „Die Stadt hat darauf gepocht, dass es an jedem Sportplatz in Vellmar einen gibt“, sagt Rethemeier, der dies gut findet. So wurden auch einige OSC-Mitglieder, darunter die Trainer, an dem Gerät ausgebildet. In Baunatal gibt es an den Sportanlagen noch keine Defibrillatoren. Das soll sich nächstes Jahr ändern (siehe Text unten).

Gibt es Defibrillatoren-Vorschriften vom Verband?

„Es gibt keine Vorschriften, auch keine in der Hessenliga“, sagt Matthias Gast, Pressesprecher des Hessischen Fußballverbandes. Auch Untersuchungen der Sporttauglichkeit gebe es nicht. Dies sei nur bis zur Regionalliga Pflicht und für Jugendliche, die im Herrenbereich eingesetzt werden.

Hintergrund: In Baunatal sind Defibrilatoren in Planung

Auf dem Sportplatz Hertinghausen ereignete sich der tragische Tod von Uli W. Derzeit gebe es keine Defibrillatoren auf den Sportanlagen in Baunatal, auch nicht im Parkstadion. Das ändere sich aber bald, teilte die Pressesprecherin der Stadt, Susanne Bräutigam mit.

Vor einem halben Jahr sei die Arbeitsgruppe Herzsicheres Baunatal gegründet worden. Diese erstellte eine Prioritätenliste mit Orten, an den Defibrillatoren angebracht werden sollen. „Die Sportanlagen haben Priorität 1 und werden im nächsten Jahr mit Defibrillatoren ausgestattet“, sagt Bräutigam. Dazu zählen neben dem Parkstadion und der Rundsporthalle auch die Sportanlagen in den Stadtteilen.

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