„Zwayer musste Reaktion zeigen“

Eklat in Leverkusen: Meinungen von Fußballern aus der Region

+
Da sind sie wieder: Schiedsrichter Felix Zwayer (rechts) und seine Assistenten kommen nach der Spielunterbrechung in Leverkusen zur Fortsetzung der Partie gegen Dortmund zurück aufs Feld der BayArena.

Kassel. Wer sich im Sonntagsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund beim 1:0-Sieg der Gäste was hat zuschulden kommen lassen, darüber darüber gibt es weiterhin Diskussionsbedarf.

Wie aber beurteilen Schiedsrichter, Trainer und Spieler des heimischen Fußballs das Geschehene? Wir fragten nach.

Die Schiedsrichter

Pascal Loschke

• Pascal Loschke (25, GSV Eintracht Baunatal): „Der Schiedsrichter hat mit der Unterbrechung richtig und regelkonform gehandelt. Ansonsten wäre seine Autorität angegriffen gewesen. Für Schmidts Verhalten habe ich kein Verständnis. Dabei spielt es keine Rolle, wer ihn vom Verweis in Kenntnis setzt.“

• Marcel Koch (29, Olympia Kassel): „Nur dass der Schiedsrichter überhaupt Freistoß gepfiffen hat, anstatt Vorteil laufen zu lassen, war vielleicht ein Fehler. Es ist gängige Praxis, einen Freistoß so weit weg vom Tor laufen zu lassen, auch wenn er nicht an der korrekten Stelle ausgeführt wurde. Die Unterbrechung war dann erforderlich. Wenn erst einmal alle diskutieren, dauert das zwei Stunden.“

Die Trainer

Thorsten Hirdes

• Thorsten Hirdes (42, KSV Hessen II): „Ich bin Gott sei Dank noch nie hinter die Bande geschickt worden. Roger Schmidt kann ich in seiner Frustration nach dem Gegentor ein Stück weit verstehen. Es gab da wohl ein Kommunikationsproblem. Der erste Weg des Schiris hätte zu ihm führen sollen. Zwayer musste nach Schmidts Weigerung zu gehen eine Reaktion zeigen. Das Tor wäre genauso gefallen, wenn der Freistoß fünf Meter weiter hinten ausgeführt worden wäre. Zudem hatte Bayer genug Zeit, das Tor zu verhindern.

• Dirk Peter (49, SV Nordshausen): „Für Schmidts Verhalten habe ich wenig Verständnis, auch wenn es bei den Profis um viel mehr geht als bei uns. Die Entscheidung des Schiris, das Spiel schnell fortzusetzen, war korrekt. Daher muss sich Schmidt fügen und kann nicht so ausflippen. Selbst wurde ich noch nicht des Innenraums verwiesen, sehe die Dinge als fast 50-Jähriger aber auch gelassener. Zudem weiß ich um meine Vorbildfunktion.

Die Spieler

Jan Niklas Hanske

• Jan Niklas Hanske (28, KSV Baunatal): „Die Reaktion von Roger Schmidt kann ich nicht nachvollziehen. Der Schiedsrichter hatte seine Entscheidung klar kommuniziert. Dieser musste der Trainer Folge leisten, Emotionalität hin oder her. Die Begründung hätte er sich später abholen können. Vielleicht wollte er ein Zeichen an die Mannschaft setzen oder den Starken spielen. Bitter für Leverkusen ist das Gegentor. Die Schiris lassen in solchen Momenten meist weiterlaufen, ein Tor fällt so gut wie nie.

Marcel Koch

• Jan Hille (24, TSG Wattenbach): „Laut Regel hat sich der Schiri beim Abbruch korrekt verhalten. Etwas Selbstdarstellung war aber wohl auch dabei. Er hätte lieber das persönliche Gespräch mit Roger Schmidt suchen sollen, anstatt den Weg über den Kapitän zu nehmen. Ich bin auch eher der emotionale Typ und habe daher Verständnis für Schmidt. Zumal er es als Provokation empfunden haben kann, dass der Schiri nicht selbst zu ihm kam.“ Archivfotos: nh

Lesen Sie dazu auch:

- Interview: Kasseler erlebte Eklat beim Bundesligaspiel in Leverkusen

- Bayer-Coach Schmidt sorgt für Eklat - BVB siegt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.