Kindheitstraum geht in Erfüllung

ST Lohfelden schlägt sich tapfer gegen frühere Tennis-Weltklassespieler

Begrüßung mit Abstand: Marco Schäffer (links) und Jaroslav Pospisil im Spitzeneinzel auf Court eins. Im Hintergrund die neue Tribüne, nur leider ohne Zuschauer. 2
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Begrüßung mit Abstand: Marco Schäffer (links) und Jaroslav Pospisil im Spitzeneinzel auf Court eins. Im Hintergrund die neue Tribüne, nur leider ohne Zuschauer.

Wer sich im Tennis auskennt, der wunderte sich, wer da in Lohfelden am Samstag so alles am Quellenweg auflief. Als die Herren 40 der ST Lohfelden gegen den TC BW Bohlsbach zum Punktspiel der Regionalliga Südwest antraten, da hatte der Gegner aus Offenburg sechs Hochkaräter, die früher Weltklassespieler waren, im Kader.

Lohfelden - Bei der 2:7-Niederlage schlugen sich die Gastgeber tapfer. Wir waren vor Ort.

Der Mannschaftsführer

„Für uns ist das heute eine Ehre gegen solch namhafte Spieler anzutreten. Wir können das ganz entspannt angehen, wir haben nichts zu verlieren. Wir müssen andere Spiele gewinnen“, sagte Marc Pigan, Lohfeldens Mannschaftsführer. Angesichts der sechs früheren Weltklassespieler glaubte Pigan, „hier stehen heute gefühlt 25 Millionen Preisgeld auf den Courts“. Nachgerechnet waren es dann zwar nur rund 9,2 Millionen US-Dollar (7,8 Millionen Euro), die die sechs im Laufe ihrer Profilaufbahn verdient hatten. Das ist aber immer noch beeindruckend.

Die Gäste

Jaroslav Pospisil (40) war einmal die Nummer 103 der Welt. Jakub Herm-Zahlava (41) kommt aus Pilsen (194. WRL). Martin Sinner (53), Senior der Truppe (42. WRL), trainiert den TC Leonberg. Bohdan Ulihrach (46, 22. WRL), früherer Daviscup-Partner von Jiri Novak. Marcus Hilpert (50), Weltmeister Herren 45, Tennislehrer in Den Haag. Und David Prinosil (48, 28. WRL) holte 1996 Olympia-Bronze mit Marc-Kevin Goellner im Doppel.

Die Prager

Prinosil kam als 14-Jähriger aus der CSSR nach Deutschland. Heute lebt er in Prag („da ist meine Familie“) und in Amberg („da bin ich Tennislehrer“). Er war am Samstag zusammen mit Ulihrach, Herm-Zahlava und Pospisil die knapp 500 Kilometer von Prag nach Lohfelden gekommen.

Der Kindheitstraum

Es war ein anstrengendes Match auf Court fünf, die Sonne brannte dort gnadenlos. Ralf Muellenbach hatte gegen Prinosil Satz eins 6:3 gewonnen, dann 2:6 verloren. Im Champions-Tiebreak glich Prinosil beim 8:8 noch aus, doch dann punktete Muellenbach zweimal: Sieg. „Mein Kindheitstraum“, jubelte der Klinikdirektor am Klinikum Kassel. Und lieferte auch die Erklärung: „Gegen David habe ich bei den Jüngsten-Turnieren immer verloren, das war heute mein erster Sieg über ihn“, freute sich der 46-Jährige.

Die Tribüne

Blau-Weiß sind die Vereinsfarben der ST Lohfelden, deshalb strahlen die Schalensitze der neuen Tribüne in einem satten Blau. Schade, dass nur so wenig Zuschauer die neuen Sitzgelegenheiten einweihten.

Die Begegnung

Sportlich gesehen war von vornherein klar, dass die Gäste, die zum fünften Mal in Folge Deutscher Meister werden wollen, am Quellenweg gewinnen würden. Aber die Gastgeber, die ohne einen Teil ihrer besten Spieler antreten mussten, ärgerten die Ortenauer mit viel Einsatz und Engagement doch ein wenig. Besonders mit dem Sieg von Muellenbach und dem engen Spiel von Alexander Brenzel gegen Martin Sinner. Nach den Einzeln stand es 5:1 für Bohlsbach, ein Doppel wurde gespielt, jeweils ein Doppel von Lohfelden und den Gästen abgeschenkt. Das ist so üblich und verkürzt die Anstrengungen in der Hitze. (Peter Fritschler)

ST Lohfelden - TC BW Bohlsbach 2:7. Die Spiele: Schäffer - Pospisil 2:6, 0:6, Röhrig - Herm-Zahlava 1:6, 0:6, Brenzel - Sinner 3:6, 6:7, Kitzinger - Ulihrach 1:6, 0:6, Pigan - Hilpert 1:6, 1:6, Muellenbach - Prinosil 6:3, 2:6, 10:8, Schäfer (w.o.)/Röhrig (w.o.) - Pospisil/Ulihrach 0:1, Brenzel/Muellenbach - Herm-Zahlava/Sinner 2:6, 1:6, Kitzinger/Pigan - Hilpert (w.o.)/Prinosil (w.o.) 1:0.

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