Gesichter des Fußball-Wochenendes

Stürmer und Co-Trainer Tobias Damm stand mal wieder im Tor

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Als Stürmer erfolgreich: Tobias Damm trifft im April diesen Jahres gegen Heiligenrode. Am Wochenende half er als Torwart in der Reserve des KSV Hessen aus – wieder gegen Heiligenrode.

Ein Co-Trainer und Stürmer im Tor, ein bewegender Abschied und ein treffsicherer Kapitän – Gesichter des heimischen Fußball-Wochenendes.

Kassel – Ein Co-Trainer und Stürmer im Tor, ein bewegender Abschied und ein treffsicherer Kapitän – Gesichter des heimischen Fußball-Wochenendes:

Tobias Damm

Es stand niemand zur Verfügung. Einer verletzt, der andere in Berlin auf einer Hochzeit, der A-Jugendliche mit der A-Jugend im Einsatz – also streifte sich Tobias Damm das Trikot über. Der Co-Trainer der ersten Mannschaft des KSV Hessen Kassel hatte schon öfter in der Reserve ausgeholfen. Als Stürmer. Dieses Mal hütete der 35-Jährige das Tor. „Kein Problem“, sagt Damm: „Mit Skibby mache ich aus Spaß schon mal eine Einheit.“ Skibby, das ist Torwarttrainer Michael Gibhardt.

An den zwei Gegentreffern beim 11:2-Kantersieg in der Gruppenliga gegen Heiligenrode traf den Aushilfskeeper keine Schuld. Ansonsten erlebte Damm einen recht entspannten Nachmittag. Er gibt aber zu: „Als gelernter Stürmer hätte ich bei diesem Schützenfest gern im Angriff mitgemischt.“ Eine Wiederholung sei nicht geplant.

Das wird sich Damm wohl auch im Dezember 2015 nach einer Regionalliga-Partie in Offenbach gesagt haben. Damals unter Flutlicht hatten die Löwen dreimal gewechselt, Torhüter Kevin Rauhut sah Rot – und Damm sprang ein. Offenbachs Benjamin Pintol verschoss gegen ihn einen Elfmeter. Kurz danach bekam Damm bei einer Rettungstat ein Knie gegen den Kopf. Er beendete zwar das Spiel, hatte später aber keine Erinnerung mehr an die letzten Minuten. Dieses Mal ging der Ausflug ins Tor schmerzfrei über die Bühne.

Nico Garcia

Welch ein Abgang. Bei einer Auswechslung? Nun ja, ganz alltäglich war sie nicht. Denn als Nico Garcia in der 78. Minute vom Feld ging, endete für ihn nicht nur die Gruppenligapartie bei der FSK Vollmarshausen, sondern auch seine Zeit beim SV Kaufungen. Als Vierjähriger hatte er dort begonnen, als 23-Jähriger geht er nun zum Masterstudium nach Hamburg. Und so fanden die Verabschiedungen kein Ende. Wohl jeder Kaufunger Spieler kam hinzu und umarmte Garcia. „Als ich vom Feld ging, hatte ich ein paar Tränen in den Augen. Genau wie unsere Trainer Jonas Spengler und Hannes Peschutter“, sagt Garcia. „Nico ist jemand, der brutal gute Laune ins Team gebracht hat. Er war sich auch abseits des Platzes für nichts zu schade und immer der Erste, der geholfen hat“, sagt Spengler.

Im Spiel durfte Garcia noch einmal das Trikot mit der geliebten Nummer elf tragen. Gerrit Mewes verzichtete eigens und nahm mit der Drei vorlieb. Daneben erhielt Garcia ein zweites Geschenk. Er durfte einen Strafstoß schießen, vergab jedoch (66.). Der 3:0-Sieg des SVK dürfte Trost genug gewesen sein. Auf dem folgenden Mannschaftsabend wurde er gebührend verabschiedet. Und so geht er nun schweren Herzens. „Ich war ja nie der Beste im Team, aber ich habe viel für die gute Atmosphäre getan“, sagt Garcia, „man könnte mich als Frohnatur bezeichnen.“

Christoph Reuter

Der Mittelfeldspieler des CSC 03 Kassel ist keiner, der sich als Torjäger bisher einen Namen gemacht hat. Nun beim 4:2-Überraschungserfolg der Rothosen in Weidenhausen schlug er gleich zweimal zu. Zuletzt ging sein Team mit Treffern eher sparsam um. „In Weidenhausen musst du Tore schießen. Ein zu Null ist am Chattenloh kaum möglich“, sagt der CSC-Kapitän. Auf jeden Fall ist er seiner Vorbildfunktion nachgekommen und sagt: „Ich hatte nach meiner Sperre von drei Spielen noch etwas gutzumachen.“

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