VfR kann keine Mannschaft mehr stellen – Germania plant Umzug nach Helleböhn

Süsterfeld vor dem Aus

Einst unwiderstehlich: Auch Ex-Löwe Julio Cesar (rechts), hier in einer Partie gegen Bad Soden, trug zum Titelgewinn der Süsterfelder in der Verbandsliga-Saison 2009/10 bei. Nach dem Konkurs des VfB scheint auch dessen Nachfolgeklub gescheitert. Archivfoto: Fischer

Kassel. Es scheint, als gäbe es für den VfR Süsterfeld keine Rettung. Nachdem der erst 2012 gegründete Verein aus der Fußball-Kreisoberliga abgestiegen war, vermochte er für die Kreisliga A keine Mannschaft zu stellen. Und noch schlimmer: Dem Vernehmen nach steht der Weg in die Insolvenz bevor. Der SV Germania bietet sich an, die Lücke im Stadtteil zu füllen. Fragen und Antworten.

? Was passierte in der kurzen Vereinsgeschichte?

!Zunächst befand sich der Nachfolgeverein des VfB Süsterfeld auf gutem Weg. Nach dem Kreisoberliga-Aufstieg (2015) begann es zu rumoren. Diese gipfelten im Weggang vieler Spieler zur Winterpause der Saison 2015/16. Den Verantwortlichen, darunter dem im Januar zum Vorsitzenden gewählten Andreas Kubitzek, gelang es nicht, für eine Konsolidierung zu sorgen. So musste der Spielbetrieb eingestellt werden. Ein Ansprechpartner war nicht zu finden, auch Kubitzek nicht zu erreichen.

? Rollt der Fußball in Süsterfeld und Helleböhn weiter?

!Die Jugendmannschaften des VfR kicken zurzeit in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Germania. Der Verein von der Buchenau-Kampfbahn möchte nicht nur die Nachwuchsteams des VfR übernehmen, sondern auch auf den Sportplatz an der Eugen-Richter-Straße umsiedeln.

„Wir stehen darüber in Gesprächen mit dem Sportamt. Klappt das Vorhaben, wollen wir künftig als SV Germania Süsterfeld antreten“, erläutert der Vorsitzende Joachim Hartmann. Zuvor müsse sich die Germania mit dem VfR über den Ankauf des Funktionsgebäudes am Sportgelände einigen.

? Warum strebt Germania einen Umzug an?

!„Wir sind auf der Buchenau-Kampfbahn nur die Nummer zwei. Viele Kinder und Jugendliche schließen sich eher dem Kasseler SV an“, sagt Hartmann, der „aus einem kleinen Verein einen mittelgroßen“ machen möchte. Gute Bedingungen dazu sieht er am neuen Standort: „In diesem Stadtteil gibt es viele Kinder und Jugendliche, die gern Fußball spielen wollen. Ziel ist es, von den Bambini bis zur A-Jugend durchgängig besetzt zu sein.“

? Was sagen die alten Süsterfelder zum Thema?

!„Es ist traurig für uns ehemalige Spieler und genauso für das Umfeld und die Zuschauer, wenn der früher gut geführte Verein von der Bildfläche verschwindet“, sagt Mario Bierschenk. Viele Jahre lang war er als Spieler und Trainer für beide Klubs tätig und betreibt mit alten Weggefährten einen Süsterfelder Stammtisch. Bierschenk fände es schade, wenn der Fußball im Stadtteil brachläge und der Sportplatz nicht mehr genutzt würde. „Aber“, erklärt er, „es wird wohl zumindest vorerst so kommen.“

Von Wolfgang Bauscher

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