Talent mit Köpfchen

Kaufungener Niklas Künzel wechselt nach Augsburg

Ab nach Augsburg: Der 18-jährige Fußballer Niklas Künzel aus Kaufungen will sich für den Bundesligakader des FCA empfehlen.

Niklas Künzel aus Kaufungen ist nicht nur ein begnadeter Fußballer, sondern auch ein kluger Kopf. Der 18-Jährige spielte drei Jahre lang in der Jugend von Eintracht Frankfurt – und war der erste Internatsschüler, der das Abitur geschafft hat.

Nun beginnt für den 1,88 Meter großen Innenverteidiger ein neuer Lebensabschnitt: Er wechselt zur U23 des FC Augsburg.

Die Anfänge  

„Mit drei Jahren habe ich angefangen, Fußball zu spielen“, sagt Künzel, der als kleiner Junge jeden Tag hinter dem Haus auf der Straße spielte. Klar, dass er sofort dem heimischen Kaufunger 07 beitrat. Die Stationen FSC Lohfelden und FSC Guxhagen 2000 folgten, ehe er zum C-Jugend-Hessenligisten OSC Vellmar wechselte. Dort schaffte er den Aufstieg in die Regionalliga, war Kapitän des Teams und wurde Hessenauswahlspieler. Für ein Jahr zog es ihn dann zum KSV Baunatal – und er begeisterte die Scouts von Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt 

Mit 15 Jahren verließ er Kaufungen und wechselte aufs Fußballinternat von Eintracht Frankfurt. „Die Umstellung war aber nicht so groß“, sagt er, „viele Mitspieler kannte ich von der Hessenauswahl.“ Sein Heimweh hielt sich deshalb in Grenzen. Einzig an den Alltag habe er sich gewöhnen müssen.

Der Alltag

Um sieben Uhr aufstehen, von 7.45 bis 15.30 Uhr Schule – manchmal auch bis 17.10 Uhr. Dann von 18 bis 20.30 Uhr Training. Freunde durften ihn nur bis 20 Uhr besuchen, Frauen überhaupt nicht. „Das Leben in einem Internat ist kein Zuckerschlecken“, sagt Künzel. Denn auch Freizeit hatte er wenig. Wäsche waschen, kochen und – bei Sportlern üblich – Behandlungen beim Physiotherapeuten werden dann erledigt, wenn seine früheren Schulkollegen aus Kaufungen ihren Hobbys nachgehen.

Das Abitur 

In Frankfurt war Künzel eine feste Stütze des Teams, hat aber nie die Bodenhaftung verloren. „Klar ist es ein Traum, Profi zu werden. Aber ich setze nicht alles auf die Karte Fußball“, sagt er. Deshalb machte er am Leistungszentrum das Abitur. Nach Angaben des Vereins war er der erste, der die Allgemeine Hochschulreife ohne Schwerpunkt Wirtschaft erreichte. Trotz 200 Fehlstunden im Jahr wegen Fußball-Terminen. „Das war eine harte und stressige Zeit, aber ich bin stolz, dass ich es geschafft habe“, sagt er. Mit dem Abitur in der Tasche zieht es ihn jetzt nach Augsburg.

FC Augsburg 

Künzel hat vor Kurzem bei der Bundesligareserve des FC Augsburg unterschrieben. Aus Altersgründen darf er nicht mehr für die A-Jugend auflaufen. Und die U23 der Eintracht wurde abgemeldet. Deshalb musste er sich nach einem neuen Klub umschauen. Angebote gab es genug – er entschied sich für die Zweite des FCA, die in der Regionalliga Bayern spielt. „Ausschlaggebend war die Perspektive, dass ich früher oder später mit dem Bundesligateam mittrainieren darf“, sagt der 18-Jährige.

Auch in Schwaben wird er sich nicht nur auf seine Fußballkarriere konzentrieren. „Ich werde Lehramt studieren“, sagt er. Wohlwissend, dass ihm wieder eine stressige Zeit bevorsteht. „Aber das kenne ich ja“, sagt er schmunzeln.

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