Eva-Marie Krath und Burkhard Wagener starten mit dem Kasseler Rot-Weiss-Klub in die erste Bundesliga

Wir tanzen, weil es Spaß macht

Konzentration auch im Training: Eva-Marie Krath und Burkhard Wagener tanzen mit dem Rot-Weiss-Klub Kassel in der ersten Bundesliga der Standardformationen. Foto: Hedler

KASSEL. Heute ist in Ludwigsburg das erste Turnier der ersten Bundesliga der Standardformationen. Mit dabei sind die Tänzerinnen und Tänzer des Rot-Weiss-Klubs Kassel. Die schafften im vergangenen Jahr zum dritten Mal den Aufstieg aus der zweiten Liga in die höchste Klasse. Einmal blieben die Nordhessen ein Jahr in der ersten Liga, einmal stieg man direkt wieder ab. Diesmal wollen die Kasseler Paare den Klassenerhalt schaffen. Mit Eva-Marie Krath und Burkhard Wagener, die zusammen in der Formation tanzen, sprach unser Mitarbeiter Peter Fritschler.

Die letzten Wochen waren weitgehend bestimmt von der Vorbereitung auf das erste Turnier der Saison. Wie hält man die Anspannung, die ja mit den ersten Takten der Musik nicht abfällt, aus?

Eva-Marie Krath: Man muss mental gestärkt sein, entspannen, wann immer es geht, ausspannen, wann immer es möglich ist. Wer aber zum Beispiel den ganzen Tag arbeiten muss, der kommt automatisch von der sportlichen Anspannung los. Sonst könnte er seinen Job nicht machen.

Burkhard Wagener: Ich tanze seit 1995 in einer Formation, bin also so etwas wie ein „Anspannungs-Methusalem“. Jeder muss versuchen, für sich selbst runterzufahren, um dann, wenn es gefordert ist, wieder konzentriert zu sein.

Wie integriert man Training und Vorbereitung in den Alltag?

Krath: Ich trenne beides, erst Arbeit, dann Training, dazwischen, wenn möglich, eine Stunde Entspannung.

Wagener: Als Selbstständiger kann ich mir vieles gut einteilen, aber im Prinzip geht mein Tag dann von 8 bis 23.30 Uhr.

Sind es nicht fast schon Profi-Bedingungen, unter denen sie beide trainieren müssen, um erfolgreich zu sein?

Krath und Wagener: Dazu müsste man Profi-Bedingungen definieren. Aber in der intensiven Phase der Vorbereitung entfällt die Freizeit für uns weitgehend.

Sie haben ja im Vorfeld der Saison 2016 die Formation umstellen müssen, und so hat es neue Tanzpaare gegeben. Wie schwer ist die Umsetzung, wenn man bedenkt, dass ja jedes Paar seine feste Position in der Choreografie hat?

Wagener: Traditionell verändert man die Position der Herren, wenn es irgendwie geht, nicht, sondern nur die der Damen. Die Herren sind für die Bilder zuständig. In unserem Fall musste aber auch ich meine Position aufgeben. Das nimmt Sicherheitspunkte weg, ist nicht einfach. Aber wir haben das gut umgesetzt.

Wie sieht es mit dem Spaßfaktor aus, bleibt der bei extrem viel Training nicht auf der Strecke?

Krath: Wir tanzen ja, weil es uns Spaß macht. Und wenn man sieht, dass man sich weiter entwickelt und verbessert hat, dann ist das Spaß pur. Erfolg spornt zu höherer Leistung an.

Wagener: Es entwickelt sich bei vielen auch so etwas wie ein Suchtfaktor. Man geht mit Leidenschaft an die Sache heran und bringt dann auch Opfer. Nicht zu vergessen ist, dass wir ja nicht allein sind, wir sind als Paar zu zweit, als Formation acht Paare, das ist ein gutes Gefühl.

Die Konkurrenz in der ersten Liga ist stark. Wie stehen die Chancen auf den Ligaerhalt?

Krath: Die deutschen Meisterschaften im November in Bremen haben gezeigt, dass wir uns noch steigern müssen, und wir haben seitdem viel getan. Grundsätzlich heißt es jetzt Nerven behalten, konzentrieren und Leistung abrufen. Wir kennen unsere Qualitäten und wir können das schaffen.

Von Peter Fritschler

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