Mannschaften der Kasseler Werkstätten starten bei Special Olympics in Hannover

Teams für besondere Spiele

Bereit für die Special Olympics: Markus Schulz (von links), Nuarrem Tarhan, Trainer Fred Winkel und Sportdirekter Mike Alband-Nau freuen sich auf die Wettkämpfe in Hannover.

Kassel. Muharrem Tarhan und Markus Schulz stehen konzentriert an der Tischtennisplatte. Als der kleine weiße Ball auf ihre Seite kommt, schneidet Tarhan diesen gekonnt an. Trainer Fred Winkel auf der anderen Seite kann den Ball gerade noch so zurückbringen, doch bei Schulz’ Schmetterball ist er schließlich machtlos. „Sehr gut gemacht“, lobt Winkel seine Schützlinge.

Von außen betrachtet handelt es sich um eine normale Szene eines Tischtennis-Spiels. Doch es ist weitaus mehr. Denn Winkel trainiert nicht irgendeine Mannschaft. Er trainiert die Sportmannschaft der Kasseler Werkstätten und somit Spieler mit geistigen Behinderungen. Eine Herausforderung, die nicht immer einfach ist. Aber die enorm motivierend auf die Sportler wirken kann.

Im vergangenen Jahr gewannen das Tischtennis-Trio um Tarhan, Schulz und Olaf Haarbusch sowie die Fußballmannschaft ein Behindertensportturnier auf Landesebene. Beide dürfen daher vom 6. bis 10. Juni in Hannover unter 4800 Athletinnen und Athleten an den deutschlandweiten Special Olympics teilnehmen.

Neben den Tischtennisspielern haben auch die von Heiko Fischer trainierten Fußballer um Dimitri Kloster, Abdelaaziz Kouay, Ferdi Kartop, Andre Marquardt, Antonio Jenjic, Pascal Weigel, Dennis Rudolph und Andreas Januzi die Qualifikation geschafft und dürfen sich nun mit den besten deutschen Teams messen.

„Das ist ein toller Erfolg. Unser Schwerpunkt liegt im Tischtennis, Fußball und im Schwimmen. Entsprechend freuen wir uns, mit zwei unserer drei Teams vertreten zu sein“, meint Mike Alband-Nau, Leiter des Integrationsbetriebs der Kasseler Werkstätten und Sportbeauftragter. Sport hat in der Einrichtung einen hohen Stellenwert, sowohl in Hinblick auf den Spaß als auch die Integration.

Darüber hinaus sind einige Sportler überaus erfolgreich. Seit zwei Jahren ist Nuarrem Tarhan, der für den TSV Oberzwehren spielt, bei Spielen der Special Olympics ungeschlagen. „Da ist die Zielsetzung für Hannover klar“, sagt er selbstbewusst.

Einmal die Woche trainieren die Sportler jeweils zwei Stunden. Die sportliche Entwicklung ist dabei bemerkenswert. Daher habe man auch nicht lange gezögert, als man sich für Hannover qualifiziert hatte, auch wenn diese vier Wettkampftage mit hohen Kosten verbunden sind.

„Ein Jahr lang haben wir uns auf die Suche nach Sponsoren begeben, um unseren Sportlern dieses Erlebnis zu ermöglichen“, so Albert-Nau. In Hannover können die Mannschaften ihr Können nun unter Beweis stellen. Gewürdigt wird es auch vom Norddeutschen Rundfunk, der umfangreich berichtet. (ptk)

Von Tobias Kisling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.