VOR ORT KSV Auedamm gewinnt Tischtennis-Derby gegen Niestetal unerwartet hoch 9:3

Teams und Fans halten vier Stunden lang durch

Tischtennisspielerin steht an der Platte und hebt ihren Schläger zum Aufschlag
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Aufschlag: Anna-Lena Opl von der KSV Auedamm auf dem Weg zum Derbysieg.

Überraschend deutlich hat die KSV Auedamm das Nordhessenderby gegen den SC Niestetal für sich entschieden: Mit 9:3 setzten sich die Gastgeberinnen zum Saisonauftakt in der Tischtennis-Regionalliga durch.

Kassel – Danach hatte es anfangs gar nicht ausgesehen. Diana Tschunichin unterlag 1:3 gegen Niestetals Spitzenspielerin Janina Ciepluch. Zwar hatte Ciepluch durchaus Probleme, die Aufschläge ihrer Kontrahentin zu retournieren, schaffte es aber, Tschunichin so unter Druck zu setzen, dass deren zweiter oder dritter Angriff häufig das Ziel verfehlte. „Janina sollte von Beginn an Gas geben, schließlich fehlen die Doppel, um sich warm zu spielen“, erklärte SCN-Coach Eike Oliv.

Der Plan ging auf. Zum Leidwesen von Yaris Drobe. Der Zehnjährige war mit seiner Mutter in die Halle gekommen, um seine Trainerin Diana Tschunichin anzufeuern. Er trainiert seit zwei Jahren Tischtennis und ist bereits im Hessenkader. Immerhin wurde ihm die Niederlage seiner Trainerin etwas versüßt: Die Spielerinnen hatten in der Halle kleine Stationen mit Süßigkeiten aufgebaut, an denen sich Yaris bediente.

In der zweiten Box brauchte Auedamms Nummer 1, Tabea Heidelbach, fast eine Stunde, um Abwehrspielerin Sarah Rau in fünf Sätzen zu schlagen. Beide boten den corona-bedingt nur 27 Zuschauern tolle Ballwechsel. Nach drei ganz knappen Sätzen hatte Heidelbach am Schluss deutlich die Oberhand.

In der Folge entschied Auedamm dann gleich sechs Partien in Folge für sich, wenn auch zum Teil hart umkämpft. Auedamms Mannschaftsführerin Anna-Lena Opl und Julia Heidelbach gewannen im hinteren Paarkreuz alle vier Spiele gegen Niestetals Neuzugänge Diana Wernergold und Kathrin Mundry. „Wir haben einen guten Tag erwischt“, freute sich Opl. Sie wurde hinter der Bande nicht nur von Ehemann Sebastian unterstützt, sondern konnte von der Tribüne aus auch auf den Applaus von Mutter Christina Scherb und Oma Hannelore Sonnenschein zählen.

Die mussten sich – wie alle anderen Zuschauer – zu Beginn erst einmal in der handschriftlich vorbereiteten Corona-Liste registrieren. Zudem trugen sie fast vier Stunden – solange dauerte die Partie – einen selbst genähten Mundschutz. „Aber wir haben nicht überlegt, ob wir in die Halle kommen“, sagt Christina Scherb. Sie kann sich nicht erinnern, mal ein Spiel ihrer Tochter verpasst zu haben. „Nur einmal, als wir im Urlaub waren.“ Da musste die Oma allein ran. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man von der Tribüne angefeuert wird“, sagt Opl.

Oberschiedsrichter Dieter Salmen musste etwas mehr erklären, als unter normalen Umständen – etwa, dass jede Spielerin nur eine Handtuchbox nutzen soll. Den Spielerinnen fiel es wohl am schwersten, auf den Handschlag nach der Partie zu verzichten. „Da haben wir immer erst einmal kurz gezuckt“, berichtet Opl. Mit einem freundlichen Nicken ging es dann aber auch.

Abgesehen davon verlief die Partie ganz normal. Tschunichin machte ihre erste Niederlage mit einem starken Auftritt gegen Rau wett, Tabea Heidelbach setzte sich auch gegen Ciepluch durch. Niestetal punktete am Ende noch zwei Mal, als sich die Spielerinnen aus dem ersten Paarkreuz gegen das hintere Paarkreuz von Auedamm durchsetzten. „Natürlich hätten wir gern gewonnen“, sagte Oliv. „Aber die Spiele waren enger, als es das Ergebnis vermuten lässt. Wir haben gleich fünf Spiele im fünften Satz verloren. So gewinnt man keine Derbys. Aber die Mannschaft hat viel Potenzial und geraden die jungen Spielerinnen müssen sich finden – da kann ein halbes Jahr Training viel ausmachen.“ (Carina Wagener)

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