Interview mit Neuzugang des KTC Bad Wilhelmshöhe

Tennisspieler Markus Wunder: „Ich will Profi werden“

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Volle Konzentration: Markus Wunder ist seit dieser Saison der Spitzenspieler des KTC Bad Wilhelmshöhe. 

Kassel – Mit Markus Wunder hat sich der Tennis-Verbandsligist KTC Bad Wilhelmshöhe vor dieser Saison verstärkt. Experten zählen die neue Nummer eins der Kasseler zu den stärksten Akteuren, die in dieser Serie für einen nordhessischen Verein spielen. Wir haben mit Wunder über seine Karriere und Ziele gesprochen.

Herr Wunder, Sie stammen aus Baden-Württemberg. Wie kam es dazu, dass Sie jetzt für den KTC Bad Wilhelmshöhe spielen?

Über einen anderen Spieler kam in der Tennisschule in Mannheim der Kontakt nach Kassel zu Jens Rose zustande. Er suchte einen guten Spieler, den er sponsern konnte. Mein Bruder Ilja, der auch mein Trainer sowie Manager ist, und ich freuen uns, dass Rose uns seit 2017 finanziell unterstützt und wir einen Sponsor haben. Aus Dankbarkeit spielen wir mittlerweile beide für den KTC, bei dem sich Rose engagiert und den er voranbringen will.

Sie spielen für den KTC, aber wo leben und trainieren Sie?

Ich wohne in der Nähe von Heilbronn – genauer gesagt in Weinsberg. Hier habe ich auch angefangen, Tennis zu spielen. Mittlerweile trainiere ich in Beilstein. Da mein Bruder auf der Anlage Trainer ist, können wir die Plätze dort nutzen.

Ihr Bruder ist Ihr Trainer und beim KTC auch Mitspieler. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Es passt bei uns perfekt, auch weil er mich solange kennt. Als ich angefangen habe, mit ihm zu spielen, hatte ich noch Windeln an (lacht). Er hilft mir sehr, auch mental. Wir haben eine sehr gute Verbindung und streiten uns nicht. Daher würde ich auch nie meinen Trainer wechseln.

Sie waren schon in der Jugend sehr erfolgreich. Ist es weiterhin Ihr Ziel, Profi zu werden?

Ich will auf jeden Fall Profi werden und vom Tennis spielen leben. Ich bin jung, mit 19 Jahren ist noch alles möglich. Solange ich einen Sponsor habe, habe ich auch die Möglichkeit, es zu schaffen. Andere Spieler in meinem Alter müssen dieses Ziel aufgeben, weil ihnen das Geld fehlt.

In der Weltrangliste sind Sie aber noch nicht aufgetaucht?

Nein, noch nicht. Seitdem ich 16 Jahre alt bin, spiele ich Turniere bei den Herren mit, und stand daher nicht in der Jugend-Weltrangliste. Bei den ITF-Turnieren der Herren habe ich unter anderem in Bosnien, Tunesien und Israel in der Qualifikation gespielt. Ich habe es auch schon mal in ein Quali-Finale geschafft, aber dann verloren. Erst wenn man das gewinnt, und im Hauptfeld steht, bekommt man Weltranglistenpunkte. Allerdings haben mich auch Verletzungen immer wieder zurückgeworfen.

Wo lag das Problem?

Mir hat häufig die Schulter wehgetan. Dadurch war es nicht möglich, eine Saison mal konstant durchzuspielen. Ich musste immer wieder Pausen einlegen, und mich vom Physiotherapeuten behandeln lassen. Durch ein MRT mit Kontrastmitteln hat mein Arzt herausgefunden, dass eine Sehne in der Schulter gerissen war. Im März 2018 wurde ich operiert.

Aber jetzt sind Sie wieder fit?

Wir machen mich gerade wieder fit. Ich bin froh, dass ich bei meinem ersten Einzel für meinen neuen Verein am vergangenen Wochenende durchspielen konnte. Nach der Verletzung will ich dieses Jahr wieder angreifen.

Ihr Comeback war gleichzeitig Ihr Debüt beim KTC. Ihr Einzel haben Sie in Frankfurt gewonnen. Wie zufrieden waren Sie mit der Leistung?

Ich hatte davor zwei Jahre lang kein Spiel mehr auf Sand bestritten und es fehlte nach meiner Verletzung die Spielpraxis. Es gab zwar auch Phasen, die nicht optimal liefen, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden.

Sie sind in Baden-Württemberg aufgewachsen. Gab es dennoch schon mal eine Verbindung nach Nordhessen?

Bevor ich für den KTC gespielt habe, war ich noch nie in Kassel. Und jetzt auch erst einmal. Bei meinem Besuch habe ich nur die Innenstadt gesehen. Aber später habe ich im Internet geschaut, und war von den vielen Sehenswürdigkeiten überrascht. Kassel scheint eine schöne Stadt zu sein. Beim nächsten Heimspiel werde ich vielleicht schon einen Tag vorher anreisen, um ein paar Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.

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