Sie gibt es fast nur im Gespann

Thamm-Zwillinge pfeifen und spielen für die HSG Vollmarshausen/ Lohfelden

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Eineiig und beinahe so ähnlich wie ein Ei dem anderen: Die Handball-Zwillinge Lukas Thamm (links) und Simon Thamm sind schwer zu unterscheiden.

Lohfelden. Sie machen vieles zusammen. Sie wurden gemeinsam geboren, sie wuchsen gemeinsam auf, spielten stets zusammen Handball und stehen seit fünf Jahren als Schiedsrichtergespann auf dem Feld. Wir stellen die Zwillinge Simon und Lukas Thamm von der HSG Lohfelden/Vollmarshausen vor.

Bei aller Ähnlichkeit gibt es eine Chance, sie auseinanderzuhalten. Will man wissen, wer Lukas ist und wer Simon, muss man auf den kleinen Leberfleck achten. Der findet sich auf Simons Stirn, mittig über der Nase. Beim Spiel in der Halle ist dies schwierig. „Wenn wir pfeifen, kann uns keiner auseinanderhalten“, sagt Lukas. Was Vorteile und Nachteile hat. „Wenn uns Spieler oder Zuschauer anmeckern wollen, wissen sie oft nicht, ob sie den Richtigen erwischen“, sagt Simon. „Statt es dann ganz zu lassen, meckern sie oft den Falschen an“, ergänzt Lukas. Doch das blenden sie aus, bekommen die Äußerungen von Trainer und Publikum kaum mit.

In dieser Saison könnte es heikel für die Thamms werden, denn als Spieler stiegen sie mit der HSG in die Bezirksoberliga auf. Wo sie als Schiedsrichter tätig sind. „Der Ansetzer möchte, dass wir trotzdem in der Klasse pfeifen. Lukas ist skeptisch: „Mal sehen, wie die Spieler dort reagieren. Es könnte ja sein, dass man uns vorwirft, je nach Tabelle für unseren Klub zu urteilen.“ Klappt es nicht, könnten die Thamms in der Frauen-Landesliga tätig werden.

Blindes Verständnis herrscht zwischen den Zwillingen weder als Spieler noch als Schiedsrichter. „Da fehlt noch was“, sagt der wenige Minuten jüngere Lukas. Uneinigkeit gibt es bei ihnen bisweilen auch im Urteil. „Das ist normal. Jeder hat auf dem Feld einen anderen Blickwinkel“, sagt Lukas.

Einig sind sie sich in vieler Hinsicht dennoch. Und das schon lange. Gemeinsam begannen sie bei der HSG als Minis mit dem Handball, und gemeinsam schlugen sie die Schiedsrichter-Laufbahn ein. Sie wohnen mit einem Freund in einer Wohnung und absolvieren ein Duales Studium Wirtschaftsinformatik, wenn auch bei verschiedenen Firmen.

Zu ihrem Bedauern stehen die Thamms nicht oft gemeinsam als Spieler auf dem Feld. Der Grund? Beide spielen die gleiche Position, Linksaußen. In der Jugend klappte dies besser. Da spielte Lukas im Rückraum links, und Simon im Rückraum rechts. „Aber dann hat das Wachstum ausgesetzt, sodass uns inzwischen für diese Positionen Masse und Athletik fehlen“, sagt Simon.

Wie es mit der Schiedsrichterei weitergeht und ob sie weiter nach oben wollen, steht in den Sternen. „Derzeit geht durch das Studium nicht mehr. Was danach kommt und ob wir dann noch Lust haben, lassen wir auf uns zukommen“, sagt Simon.

Hin und wieder werden sie auf die Vellmarer Methe-Zwillinge angesprochen, bis zu ihrem Tod im Jahr 2011 eines der besten deutschen Gespanne. Dienen sie den Thamms als Vorbilder? „Wir kannten sie nicht gut genug. Als wir anfingen zu pfeifen, konnten sie es leider schon nicht mehr“, sagt Lukas.

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