Jan Ole Thomsen absolviert ein FSJ bei der Eishockey-Jugend Kassel

Er gibt den Talenten Tipps und Tricks

Jan Ole Thomsen (links) gibt Hugo Hahn von der U11 Tipps. Thomsen macht bei der Eishockey-Jugend Kassel (EJK) ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ).
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Jan Ole Thomsen (links) gibt Hugo Hahn von der U11 Tipps: Thomsen absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Eishockey-Jugend Kassel und ist vor allem für das Torwarttraining zuständig. Das Foto entstand beim Trainingsauftakt im September.

Jan Ole Thomsen hat ein klares Ziel: „Ich möchte Profi werden.“ Der 19 Jahre alte Eishockey-Torhüter absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Eishockey-Jugend Kassel (EJK).

Kassel - Thomsen kam im Sommer 2018 aus der Nähe von Hamburg nach Kassel, spielte dann für die U20 der EJK im Tor. Im Frühjahr dieses Jahres machte er sein Abitur, Leistungskurse Biologie und – na klar – Sport.

Und jetzt? „Jetzt konzentriere ich mich ein Jahr lang auf mein Ziel, Profi-Eishockeyspieler zu werden. Deshalb habe ich geguckt, was ich nebenbei noch machen kann“, sagt Thomsen. Über EJK-Trainer Ernst Reschetnikow kam die Möglichkeit für ein FSJ zustande. „Ich bin der erste FSJler bei der EJK“, so Thomsen, über den Reschetnikow bereits beim Trainingsauftakt im September sagte: „Jan Ole ist für uns ein Sechser im Lotto.“ Neben dem FSJ treibt er seine Karriere bei den Harzer Falken im Tor des Regionalligisten voran.

Thomsen will gleich zwei Trainerlizenzen machen

Im Rahmen des FSJ plant Thomsen, neben einer Trainer-C-Lizenz auch einen Schein zum Torwarttrainer zu machen – ein nicht ganz einfaches Unterfangen. „Wegen Corona finden einige Seminare momentan nicht statt“, sagt Thomsen. Neben diesen Seminaren gehören auch sportliche Tests, geleitete Trainingseinheiten und auch Prüfungen zum Anforderungsprofil der C-Lizenz.

Wie aber sieht seine Aufgabe nun bei der EJK aus? „Ich unterstütze die Trainer der Jugendmannschaften, wo es nur geht – von der U9 bis zur U20“, erklärt Thomsen. Vor allem das Torwarttraining werde in seine Hände gelegt: „Oft beginnen Einheiten mit Lauftraining für die Spieler. Das bringt Torhütern wenig. Da mache ich dann seperat spezielles Training“, sagt er und betont mit einem Lachen: „Dem ein oder anderen Goalie muss die Wichtigkeit des Lauftrainings noch in den Kopf. Ich habe früher auch immer gedacht, Laufen ist blöd. Jetzt ist es für mich das Wichtigste überhaupt.“

Sie hören ihm zu: Jan Ole Thomsen erklärt den Nachwuchsspielern der EJK eine Trainingseinheit. Die jungen Spieler lauschen seinen Worten.

Und die Nachwuchsspieler blicken zu ihm auf, hören ihm zu. Kein Wunder: Thomsen hat Erfahrung in der Deutschen Nachwuchs-Liga gesammelt, saß zudem bei den Huskies in der DEL2 als Ersatztorwart auf der Bank. Seit zwölf Jahren spielt er selbst Eishockey, seit dem vierten Lebensjahr war er als Zuschauer bei den Hamburg Freezers in der DEL.

Eigene Saison stockt wegen Corona

Neben den Trainingsaufgaben begleitet er die Teams auch zu den Spielen, führt bei der U20 beispielsweise eine Torhüter-Statistik. „Die wird bei solchen Spielen oft vernachlässigt“, sagt Thomsen. Er digitalisiere die Statistik und stelle sie seinen Goalies zur Verfügung. Außerdem hilft er beim Einkauf, gelegentlich tankt und säubert er zudem die Busse. Außerdem begleitet er die Spieler der U13 und U15 zu den Hessenauswahl-Einheiten nach Frankfurt, guckt sich dort die Einheiten an und hilft auch dort als Torwarttrainer aus.

Seine eigene Karriere treibt er bei den Harzer Falken, Regionalligist in Braunlage, voran – rund 125 Kilometer Autostrecke entfernt von Kassel. „Dadurch, dass ich viele Jugendspiele an Wochenenden begleitet habe, konnte ich Überstunden ansammeln. So kann ich mal früher Schluss machen, um rechtzeitig beim Training zu sein“, sagt Thomsen. Corona hat die viertklassige Regionalliga aktuell aber erstmal auf Eis gelegt.

Zu seiner Familie kommt er wegen seines strammen Terminplans eher selten. „Im Oktober hatte die U20 einen Doppelspieltag in Hamburg. Da bin ich dann einen Tag früher nach Hause gefahren und habe noch etwas mit meiner Familie gemacht“, sagt Thomsen.

Pläne für die Zeit nach dem FSJ hat Thomsen auch schon geschmiedet: „Ich möchte gern ein bis zwei Jahre hauptamtlich in Kassel als Trainer arbeiten. Den Verein sofort nach dem FSJ verlassen – das wäre moralisch für mich nicht vertretbar.“

Von Björn Friedrichs

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