Was ist denn da los? Niestetaler Konkurrent in der Tischtennis-Oberliga bekommt Punkte zurück

Der Titel ist weg – oder nicht?

Wer schlägt zum Meistertitel auf? Diese Frage wird wohl auch am Wochenende in der Tischtennis-Oberliga Hessen der Damen noch nicht abschließend geklärt werden können. Foto:  dpa

Niestetal. Diese Geschichte sorgt derzeit für richtig Wirbel bei den Tischtennisspielerinnen der Oberliga Hessen. Mittendrin befindet sich der SC Niestetal, der am Sonntag ab 10.30 Uhr den letzten Spieltag in Salmünster eigentlich mit dem Titel krönen wollte. Doch daraus wird nichts. Vorerst. Warum? Weil das Sportgericht des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) dem TTV Richtsberg die im Januar abgezogenen Punkte wieder zusprach und die Marburgerinnen nach diesem Urteil vorzeitig Meister wären.

„Wir haben es aus dem Internet erfahren, und es war ein echter Schock für uns. An der Vorbereitung für das letzte Spiel wird das aber nichts ändern – wenn wir gewinnen, sind wir aus unserer Sicht Meister“, sagt Jana Schorstein, Mannschaftsführerin des SC Niestetal. Für die Nordhessinnen geht es – nimmt man die geänderte Tabelle als Grundlage – jetzt aber erstmal nur um die Sicherung des zweiten Platzes und der damit verbundenen Aufstiegsrunde (siehe Hintergrund).

Rückblende: Im Januar fällt dem Klassenleiter Hans Dieter Neff auf, dass Richtsberg in der Vorrunde Reserve-Spielerinnen eingesetzt hatte, die in der Oberliga nicht spielberechtigt waren. Begründung: Sie waren gleichzeitig in unteren Herrenmannschaften gemeldet. Das ist zwar beim Hessischen Tischtennis-Verband erlaubt – aber nur bis zur Hessenliga. Die Oberliga ist dem Deutschen Tischtennis Bund unterstellt, und deshalb greift diese Regelung nicht. Da es sich um zwei Siege und ein Remis handelte, bekam Richtsberg fünf Punkte abgezogen.

„Wir haben das nicht gewusst und dementsprechend Protest eingelegt. Es kann nicht sein, dass dem Klassenleiter das erst so spät auffällt“, sagt Rabea Becker, Kapitänin des TTV Richtsberg. Und so sah es auch das Sportgericht, das aber erst jetzt ein Urteil fällte. „Das erste betroffene Spiel war im Oktober vergangenen Jahres, doch erst im Januar fiel die Regelwidrigkeit auf. Aus unserer Sicht ist es nicht zulässig, nach so langer Zeit noch Umwertungen vorzunehmen“, sagt Jürgen Harz vom DTTB-Sportgericht.

Da eine schriftliche Begründung aber noch aussteht, hat auch die Frist noch nicht begonnen, in der Einspruch eingelegt werden kann. Das Urteil ist also noch nicht rechtskräftig. „Dass wir die Tabelle schon geändert haben, war etwas zu voreilig. Es ist noch ein schwebendes Verfahren, und ich bin mir sicher, dass der DTTB mit dem Urteil nicht zufrieden ist und beim Bundesgericht Einspruch einlegen wird“, sagt Patrick Festel, Spielleiter der Oberligen. Und weiter: „Nirgendwo steht geschrieben, dass es unzulässig ist, Regelverstöße auch im Nachhinein noch zu ahnden.“

Der SC Niestetal kann also weiter auf den Meistertitel hoffen. Allerdings wird die Entscheidung wohl am Grünen Tisch und nicht schon am Sonntag in Salmünster fallen.

Von Torsten Kohlhaase

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