Kasseler Verbandsligist muss sich neuen Trainer suchen

Trainer Üstün geht bei Türkgücü von Bord

Fußballtrainer Hüseyin Üstün zeigt auf einem Sportplatz mit Steinmauer beim SV Türkgücü Kassel mit dem Finger in die Ferne
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Es war einmal: Hüseyin Üstün wird bei Verbandsligist SV Türkgücü künftig nicht mehr als Trainer am Spielfeldrand seine Anweisungen geben.

Die Nachricht sorgte für enormes Aufsehen: Hüseyin Üstün, langjähriger Trainer von Fußball-Verbandsligist SV Türkgücü, trat von seinem Amt zurück.

Kaum vorstellbar, dass Üstün für einen anderen Klub als den aus der Nordstadt als Trainer tätig sein wird. Und doch, als aktiver Fußballer spielte er auch für Kreisoberligist TSV Immenhausen und später als Spielertrainer bei A-Ligist TSV Vellmar.

2009 bestieg Üstün erstmals den Trainerstuhl beim damaligen Kreisoberligisten. Es sollte eine innige Beziehung zwischen Klub und Trainer werden. Was sicher auch mit den Erfolgen zusammenhängt, die Verein und Coach gemeinsam feierten. Am Ende der Spielzeit 2010/11 führte der am 15. Januar 1970 in Trabzon geborene Vertriebsingenieur das Team in die Gruppenliga. Bis 2013 blieb er bei dem Klub, dann wollte er mal eine Pause einlegen. Doch die dauerte nicht lange, nach vier Monaten war der 50-Jährige wieder zurück. Nun blieb er bis 2015.

Für den Klub war sein Abschied kein glücklicher Moment, denn die Mannschaft musste nach einer ganz bitteren Saison den Weg zurück in die Kreisoberliga antreten. Üstün indes baute in der für ihn nicht ganz fußballlosen Zeit seine Trainer-B-Lizenz. Als Schiedsrichter, als der er auch heute noch im Einsatz ist, pfiff er Partien für seinen SV Türkgücü. Nach einer furiosen Saison war der Klub 2017 wieder zurück in der Gruppenliga und mit ihm auch Üstün.

Im ersten gemeinsamen Jahr belegte das Team Platz drei, im Zweiten wurde die Mannschaft Vizemeister und stieg über die Aufstiegsrunde in die Verbandsliga auf. Nun hatte man Nachbar FC Bosporus als Nummer eins in der Nordstadt wieder abgelöst. Nach einer durchwachsenen Hinrunde wurde nach der Winterpause bekanntlich die Saison 2019/20 wegen der Corona-Pandemie vorzeitig beendet. In die aktuelle Spielzeit führte Üstün, verheirateter Vater zweier Kinder, den Klub mit dem Ziel, schnell die Klasse sichern, um sich dann neue Ziele zu setzen.

Aktuell, zur erneuten Unterbrechung der Spielzeit, belegt sein Verein den 15. Platz und geht in eine ungewisse Zukunft. Dies war mit ausschlaggebend für die Demission des Trainers, der als erster Coach im heimischen Fußball seit Einführung der Gelben und der Roten Karte eine zweiwöchige Sperre absitzen musste.

„Wir sind uns, was die künftige Ausrichtung der Mannschaft angeht, nicht einig geworden“, so die knappe Begründung von Üstün, der im Januar sein erstes Enkelkind erwartet.

Erdinc Kilic, Abteilungsleiter des SVT, zeigte sich betroffen: „Der Klub hat Hüseyin unendlich viel zu verdanken. Er wird eine Lücke hinterlassen.“ Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Bei der Suche besteht für Türkgücü aufgrund der Saisonunterbrechung keine Eile.

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