Pause vom Traineramt

Auszeit auf Zeit: Die Trainer Otmar Velte und Mirko Jaissle 

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Hat derzeit im Fußball keine Aufgabe zu stemmen: Der frühere Lohfeldener Trainer Otmar Velte.

Kassel. Die Auszeit von Otmar Velte, bis März bei Fußball-Hessenligist FSC Lohfelden, und Mirko Jaissle (47), bis April bei den Drittliga-Handballern des GSV Eintracht Baunatal, dauert an.

Lange waren sie im heimischen Sport präsent. Seit mehr als einem halben Jahr wurde es still um sie. Mit Mario Deppe, zuvor elf Jahre lang bei den Fußballern des OSC Vellmar, kehrt einer von ihnen nun bei Verbandsligist SSV Sand auf die Trainerbank zurück. Otmar Velte und Mirko Jaissle berichten über ihre Auszeit, den Ausblick in die Zukunft und ihre Beobachtungen.

Als schmerzlich empfindet keiner die Abstinenz. „Es lebt sich ohne den Fußball genauso wie zuvor. Er ist ja nichts Besonderes, sondern nur ein Teil meines Lebens“, sagt Velte und fügt hinzu: „Ich bin froh, dass ich nicht mehr so oft weit fahren muss.“

Ähnlich empfindet es Jaissle. „Mir fehlt’s an nichts. Ich freue mich über die dazugewonnene Zeit, die ich mit der Familie und meinem sechsjährigen Sohn verbringen kann“, sagt der 47-Jährige. Zumal das Traineramt sich nicht auf die Arbeit in der Halle beschränkt. „Man merkt erst danach, welche Belastung das Drumherum darstellt und welche Verantwortung man mit sich herumschleppt. Es wirkt wie eine Befreiung, wenn man sich nicht mehr ständig Gedanken macht“, betont Jaissle.

Abschied vom Sport haben beide Trainer ohnehin nicht genommen. Sie halten sich auf dem Laufenden. Velte schaut Spiele der Hessen- und Verbandsliga an, Jaissle beobachtet seine früheren Klubs. Neben der Eintracht sind dies die FSG Gensungen/Felsberg und die niedersächsische HG Rosdorf-Grone. „Und dann noch die TSG Dittershausen, weil wir dort wohnen und mein Sohn dort spielt“, sagt Jaissle.

So gut sie ohne Traineramt auch leben – eine Rückkehr schließen sie bei einem passenden Angebot nicht aus. „Wenn das Gesamtpaket stimmt, würde ich mir das schon überlegen. Aber nicht jetzt, sondern frühestens zur nächsten Saison. Das Sabbatjahr halte ich ein“, erklärt Jaissle.

Mirko Jaissle

Eine zeitliche Einschränkung macht Velte nicht: „Ich habe immer gern auch als Fußballtrainer gearbeitet und es macht mir weiter Spaß und Vergnügen, eine Mannschaft weiter zu entwickeln.“ Zudem ist Velte ohnehin meist mit Sport beschäftigt. Er arbeitet in der Trainerausbildung des Hessischen Fußballverbandes und als Leichtathletiktrainer. Den Kasseler Sprinter Steven Müller möchte der 54-Jährige nach der EM-Teilnahme 2018 nun zur WM und den Olympischen Spielen führen.

Als derzeit Außenstehende haben Jaissle und Velte einen ungetrübten Blick auf die jeweilige Szene. Was fiel ihnen dabei zuletzt besonders auf? „Die Situation unserer Spitzenklubs im Fußball“, sagt Velte und erläutert: „Vor wenigen Jahren spielten mit dem KSV Hessen und KSV Baunatal zwei von ihnen in der Regionalliga, einer davon, die Löwen, wollte in die 3. Liga. Jetzt haben wir nur noch drei Hessenligisten. Zudem wird die Spielerdecke dünner. Hinter dem Fußball in Nordhessen sehe ich drei Fragezeichen.“

Erfreulicheres bemerkt Jaissle bei den Handballern: „Mich hat es überrascht, welch tolle Leistungen Eintracht Baunatal in der 3. Liga und Gensungen mit seiner tollen Siegesserie in der Oberliga bringen. Vielleicht gibt es ja dann bald in der 3. Liga wieder mal ein Derby“, spekuliert er.

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