Fabian Reuter aus Kassel startet als Profi in der Triathlon-Bundesliga

Training ist sein Alltag

Hier trainiert er regelmäßig: Triathlet Fabian Reuter am Radweg nahe der Fulda in der Karlsaue. Foto: Braun

Kassel. Die Frage, wie professionell sich ein Nachwuchs-Profi verhalten muss, ist im Fall des Triathleten Fabian Reuter aus Kassel eindeutig: „Mein Alltag besteht aus Training, Ernährung und Schlaf. Nach dem Ende einer Trainingseinheit, denke ich schon an die nächste.“ Auf Partys trifft man ihn selten. „Die kann ich an einer Hand abzählen“, sagt Reuter.

Entbehrungsreich ist das Sportlerleben des 24-Jährigen. Er war schon Deutscher Polizeimeister, nahm an der Uni-WM teil und startet in der Triathlon-Bundesliga. Das alles, obwohl er gerade erst im vierten Trainingsjahr ist. Doch das ist im Triathlon vergleichsweise wenig. „Meinen Leistungshöhepunkt erreiche ich frühestens in vier, fünf Jahren.“ Einen langen Atem braucht er also nicht nur im Wettkampf.

Besondere Förderung

Die Disziplin zahlt sich aus. Anfang des Jahres wurde Reuter ins Erdinger-Alkoholfrei-Perspektivteam berufen. Dem „FC Bayern des Triathlons“ gehören deutschlandweit fünf Nachwuchssportler an, zwei weiblich, drei männlich. Der Wahl-Kasseler trainiert mindestens 25 Stunden pro Woche. Sein Trainer ist der Melsunger Triathlet Daniel Schmoll. Die Einheiten koordiniert Reuter selbst. Möglich ist das hohe Pensum, weil er seit 2016 in der Sportförderung der Hessischen Polizei ist.

Geboren als Sohn einer Leistungsschwimmerin und eines sportbegeisterten Polizisten begann er als Elfjähriger in seiner Heimat Fulda mit dem Wasserball. 2012 ging er zum Polizeistudium nach Kassel und entdeckte den Triathlon für sich. Ab 2015 arbeitete er ein Jahr bei der Bereitschaftspolizei. Dann kam der Zuschlag für die Sportförderung. Seitdem gilt Reuter als Profi. Doch von Prämien und Material-Sponsoring kann er nicht leben, ist auf die Sportförderung angewiesen: „Ich kann wie ein Profi trainieren, jetzt muss ich auch die Leistungen eines Profis liefern“, sagt er.

Verschiedene Wettkämpfe

In der 1. Triathlon-Bundesliga startet der Polizeikommissar seit 2015 für den TuS Griesheim (Kreis Darmstadt-Dieburg). Unter anderem gegen Triathleten mit Olympia-Erfahrung. Ein Team besteht aus fünf Startern, die vier ersten kommen in die Wertung.

Zudem tritt er als Einzelathlet für das Erdinger-Alkoholfrei-Team an. Zum Beispiel am Wochenende beim Bundesligarennen in Tübingen und am 27. August beim Rhein-Neckar-Cup in Viernheim. Die Rennen im Cup sind doppelt so lang, wie die in der Bundesliga und entsprechen der olympischen Distanz: 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer Laufen. Das Ganze dauert keine zwei Stunden. Insgesamt bestreitet Reuter zehn bis zwölf Wettkämpfe im Jahr.

Ziel ist die Weltspitze

Der Traum von Olympia fasziniert den 24-Jährigen. Aber er möchte sich in kleinen Etappen zunächst zur deutschen Spitze hocharbeiten und versuchen, sich über die Bundesliga für den Europacup, die 2. Internationale Liga, zu qualifizieren. Reuters zweiter Traum ist die Langdistanz, bekannt durch den Ironman. Hier sieht er sich frühestens mit 28 Jahren. Weil die gleichzeitige Spezialisierung auf olympische- und Langdistanz aus sportwissenschaftlicher Sicht aber schwierig ist, wird er sich für eine Disziplin entscheiden müssen – oder die Langdistanz aufschieben.

Als Profi ist er auch im Pool der Deutschen Anti-Doping Agentur Nada. Erst vor einem Monat wurde Reuter unangekündigt kontrolliert. „Unerlaubte Substanzen kenne ich aber nur aus dem Polizeidienst“, sagt er lachend.

Von Lukas Braun

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