Baunataler Inline-Hockeyspieler reisen zur U19-Weltmeisterschaft nach Nanjing – Wettkampf dauert 10 Tage

Trio zur Puckjagd nach China

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Auf dem Weg nach China: Die Inline-Hockeyspieler Pascal Rajwa (von links), Linus Bruchhäuser, Niklas Ernst vertreten Deutschland bei der U21-WM, die Ende August in Nanjing stattfindet.

Baunatal. Ende August wird es für drei gebürtige Kasseler ernst. Sie sind Teil des deutschen Kaders für die U19-Weltmeisterschaft im Inlinehockey. Die Reise führt die drei Heranwachsenden nach Nanjing in China. Zehn Tage lang kämpfen 24 Nationen um die begehrte Trophäe. Im Moment trainieren Linus Bruchhäuser, Pascal Rajwa und Niklas Ernst noch im Sportkomplex Baunatal für den bevorstehenden großen Auftritt in Fernost.

Eines steht fest: Als Favorit reist die deutsche Auswahl nicht nach Fernost – zu stark ist die Konkurrenz. Hoch im Kurs liegen Tschechien, Kanada und Schweden. Auf wen die Mannschaft rund um die drei Kasseler in der Gruppenphase trifft, steht noch aus.

Linus Bruchhäuser, Fachoberschüler für Maschinenbau, der seit sieben Jahren Inlinehockey spielt und in Wellerode wohnt, ist sich sicher: „Das werden richtig harte Spiele. Die Taktik wird entscheidend sein.“ Für die drei Inliner ist dieses Turnier der bisherige Höhepunkt ihrer Laufbahn im Inlinehockey. Von Nervosität keine Spur. Der Stolz überwiegt. Niklas Ernst, der erst durch seinen 16-jährigen Freund Linus dem Inlinehockey verfiel, ahnt, was auf die deutsche U19-Nationalmannschaft zukommt: „In vielen Ländern genießt diese Sportart ein anderes Ansehen als hierzulande. Was die Schnelligkeit angeht, haben wir in Deutschland noch Nachholbedarf“, sagt der 18-jährige Fachoberschüler, dessen schulischer Schwerpunkt Sozialwesen ist.

Die Faszination Inlinehockey hat die drei früh gepackt und bis heute nicht losgelassen. Was sofort auffällt: Für die jungen Männer ist diese Sportart mit einer ungeheuren Leidenschaft verbunden. Die gesamte Ausrüstung zahlen sie selbst – dreimal die Woche wird trainiert. Ihr Verein: die Pinguine Baunatal. Private Zeit nutzen sie, um sich beispielsweise durch Fittnesstraining im athletischen Bereich zu verbessern.

Es steckt also weitaus mehr dahinter, als lediglich einen Puck im Tor zu versenken. Für Pascal Rajwa sind es auch Kindheitserinnerungen, die er mit dieser Sportart verbindet. „Ich bin früher mit meiner Mutter und meiner Oma zum Eishockey gegangen. Mit fünf Jahren hatte ich meinen ersten Schläger in der Hand“, erzählt der 15-jährige Gesamtschüler, der mit Eishockey anfing und seit 2011 Inlinehockey spielt.

In Deutschland ist diese Sportart nicht allzu weit verbreitet. Das öffentliche Interesse ist überschaubar. Für die drei Kasseler ist es aber mehr als nur ein Hobby. Eine große Begeisterung steckt dahinter. Sie freuen sich auf diese Weltmeisterschaft – auf dieses große Ereignis. Eine Erfahrung, die ihnen niemand nehmen kann.

Besonders freuen sich Linus, Niklas und Pascal auf das Zusammensein mit den deutschen Teamkollegen - mit Gleichgesinnten. Jene, die eben auch verrückt nach Inlinehockey sind. Zudem genießt das Trio der Pinguine Baunatal die Ehre, das eigene Land bei einer Weltmeisterschaft vertreten zu dürfen. Leicht wird es definitiv nicht. Eine Außenseiterchance besteht im Sport bekanntermaßen aber immer.

Von Raphael Wieloch

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