Auffälligkeiten im heimischen Fußball

Türkgücü-Trainer Üstün hat gerade nicht gut lachen

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Der Spaß ist ihm verdorben: Türkgücüs Trainer Hüseyin Üstün (rechts), hier im Gespräch mit seinem in Wolfhagen inzwischen entlassenen Kollegen Hali l Inan, droht nach der Gelb-Roten Karte in Vellmar eine harte Strafe.

Gesperrte Trainer, treffsichere Stürmer, frühe Herbstmeister - der heimische Fußball lieferte am Wochenende die eine oder andere Geschichte. 

Drei Begebenheiten im heimischen Fußball erregten Interesse – eine weniger erfreulich und zwei aus der Kategorie „erfreulich“.

Karten gegen Türkgücü

Seit dieser Saison können Fußballschiedsrichter Verwarnungen und Platzverweise nicht nur gegen Spieler auf dem Platz, sondern auch Personen auf der Bank aussprechen. Schnell wurden Gelbe und Rote Karten an der Seitenlinie zur Normalität. Nicht alltäglich waren die vielen Karten, die der SV Türkgücü im Verbandsliga-Derby beim OSC Vellmar (1:2) kassierte. Co-Trainer Edin Karavdic sah Rot wegen einer Beleidigung, nachdem er laut eigener Aussage von einem OSC-Spieler provoziert worden war. Ersatztorhüter Lukas Perzel erhielt eine Verwarnung, weil er beim Schiedsrichter-Assistenten reklamiert hatte. Und Trainer Hüseyin Üstün sah in der Nachspielzeit Gelb-Rot. „Das macht keinen Spaß mehr. Ich bin laut, das ist meine Art, aber ich habe den Schiri nicht beleidigt, sondern nur gerufen, dass der Ball bei einer Abseitsentscheidung gegen uns vom Gegner kam“, kommentiert Üstün die zweite Gelbe Karte. „Wir sollen wohl ruhig am Rand sitzen und den Mund halten. Das ist nicht im Sinne des Fußballs, der von Emotionen lebt. Dem Schiri fehlte es an Fingerspitzengefühl“, sagt der selbst als Unparteiischer tätige Üstün. Bereits am 1. September im Spiel beim CSC 03 hatte er Gelb-Rot gesehen und war für zwei Spiele gesperrt. Nun droht ihm durch das Verbandssportgericht ebenso wie Karavdic eine längere Sperre. Die Verwarnung für Perzel bleibt ohne Folgen.

Der Torjäger

Seine Dienste waren, auch wegen einer langen Sperre, bei Gruppenligist VfL Kassel nicht mehr gefragt. Und so wechselte Stürmer Athanasios Darvoudis in die Nachbarschaft zu Kreisoberligist TSG Wilhelmshöhe. Dort machte er schon in der Saisonvorbereitung beim Spielverein-Turnier auf sich aufmerksam. In der Liga kommt der 22-jährige Stürmer immer besser ins Rollen. Allein an den letzten beiden Spieltagen traf er jeweils dreifach. Vorgestern beim 5:0-Erfolg seiner Mannschaft bei der TSG Sandershausen II erzielte er alle Tore hintereinander. Ein Hattrick blieb ihm verwehrt, denn ein Treffer fiel in der ersten, zwei fielen in der zweiten Halbzeit. „Egal“, sagt der trickreiche, schnelle Torjäger, „ich will mich hier beweisen und auf mich aufmerksam machen.“ Und weiter: „Ich fühle mich in Wilhelmshöhe wohl, habe tolle Mitspieler und wer weiß, vielleicht schaffen wir es ja noch, Zweiter hinter Bergshausen zu werden.“ Sein Trefferkonto von 14 Toren will er aber zunächst einmal am kommenden Spieltag in der Partie gegen den FC Bosporus aufstocken – dabei soll zudem der neunte Sieg in Folge gelingen.

Der Herbstmeister

13 von 15 Begegnungen der Hinrunde hat A-Ligist SV Nordshausen erst absolviert. Und doch steht das Team um Trainer Sebastian Dietzel nach dem 8:0-Heimsieg über den Spielverein 06 bereits als Herbstmeister fest. Der Überraschungsabsteiger aus der Kreisoberliga hat offensichtlich die richtigen Schlüsse aus dem Dilemma gezogen. Hat neben Dietzel mit Nikolai Hatikow einen Co-Trainer eingesetzt, der die Philosophie seines Chefs mitträgt. Vor allem aber haben die Nordshäuser Ersatz für den langzeitverletzten Torjäger Marco Stanek gefunden. Der 38-jährige Murat Baksoy brachte es bisher bereits auf 20 Treffer, drei mehr als sein Sturmpartner Nico Karwath (31). „Noch haben wir nichts erreicht“, wehrt Erfolgscoach Dietzel die Glückwünsche ab, sagt aber auch: „Wenn es so weiterläuft, werden wir es schaffen und in der nächsten Spielzeit wieder in die Kreisoberliga zurückkehren.“

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