AUFFÄLLIGKEITEN Von Mentalitätsmonstern und sechs Nachzüglern

Türkgücüs Perzel hält einfach alles

Kassel – Ein überragender Schlussmann, zwei treffsichere Schützen, zwei Mannschaften mit großer Moral und die Schwäche der zweiten Mannschaften fielen im heimischen Fußball auf.

Guckten sich den Gegner aus: Lukas Perzel (links) überragte beim 3:0-Sieg von Türkgücü in Fulda im Tor, Enver Maslak machte mit dem dritten Treffer alles klar.

Einer hielt alles

„Wir hätten heute ewig weiterspielen können, gegen ihn hätten wir nicht getroffen“, äußerte Florian Roth, Trainer der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II, große Anerkennung. Sie galt Lukas Perzel. Der Torhüter des SV Türkgücü hatte die Gastgeber im Verbandsliga-Duell zur Verzweiflung gebracht und sogar einen Strafstoß pariert. Kurz zuvor hatte Enver Maslak für Türkgücü mit dem Tor zum 3:0-Endstand alles klargemacht. Perzel kam zur Saison 2018/19 aus Wattenbach zu Türkgücü. Weil Moumen Kam Naksh, mit dem Perzel bisher um den Platz im Kasten kämpfte, nach Wolfsanger wechselte, ist der 23-Jährige nun die Nummer eins.

Mentalitätsmonster

Wer in Unterzahl spielen muss, hat meist schlechte Karten. Aber nicht immer. Mal raffen sich dezimierte Teams zu besonderen Anstrengungen auf, mal weiß der Gegner mit der Überzahl nichts anzufangen. Oder beides. Wie auch immer. Auch im heimischen Fußball behielten zwei Mannschaften nach Feldverweisen gegen sich die Oberhand. Wie die FSK Vollmarshausen. Der Gruppenligist stand nach einer Roten Karte gegen Roman Riedl eine komplette Halbzeit lang zu zehnt auf dem Platz. Das 1:0 aus der ersten Hälfte glichen die Gäste aus Rothwesten zwar aus, dann aber zog Vollmarshausen auf 3:1 davon. Mehr als der Anschlusstreffer glückte den Gästen nicht mehr, und die FSK gewann 3:2. Mit dem gleichen Ergebnis schlug Fortuna Kassel in der Kreisoberliga zuhause den Tuspo Nieste. Der Weg dorthin war für die Gastgeber steinig. Zunächst lagen sie 0:2 hinten, kämpften sich aber heran und glichen in der 53. Minute aus. Fortuna blieb dran und ließ sich auch durch die Gelb-Rote Karte gegen Fynn Hochheimer nicht stoppen. Mit dem späten Siegtreffer durch Tom Zimmermann belohnten sich die Kasseler für ihren Einsatz.

Reserve-Teams im Tief

Dieses Bild gab es in der Kreisoberliga noch nicht. Alle sechs zweiten Mannschaften belegen als Nachzügler die letzten sechs Plätze. Elfter ist Türkgücü mit zwei Siegen und vier Niederlagen. Einen Rang dahinter rangiert Aufsteiger VfL, der vier Punkte einfuhr und einst mit einem 7:1-Kantersieg gegen den CSC 03 aufwartete. Heiligenrode steht mit ebenfalls vier Zählern auf Platz 13. Drittletzter ist der CSC 03. Sinnbildhaft für die personell oft nicht gut besetzten zweiten Mannschaften musste er am Sonntag die Partie bei der SVH Kassel absagen. Auf Platz 15 rangiert Sandershausen, das seine einzigen drei Punkte im Derby gegen Heiligenrode einfuhr. Schlusslicht ist Rothwesten und nimmt genau den Platz ein wie zum Abbruch der vorigen Spielzeit.

Das Schützenfest

Die Mannschaft um Trainer Lukas Illian startete mit fünf Zählern aus fünf Spielen eher schlecht. Mit dem 14:0 gegen den BC Sport II glückte nun ein Paukenschlag. Dabei zeichneten sich Marcel Jacobi mit fünf und Ben Leon Werner mit vier Treffern aus. Bereits zur Pause lagen die Gäste 0:9 hinten. Fotos: Schnmidt/nh

Rubriklistenbild: © Andreas Fischer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.