Personalien lösen Irritationen bei Handballmannschaften aus – Aussage gegen Aussage

Turbulenzen in Zwehren

Verärgert: Harald Meißner, Trainer und Vorsitzender der HSG Zwehren/Kassel. Foto: Schachtschneider

Kassel. Aussage steht gegen Aussage, und wie immer ist die Wahrheit schwer zu finden. Tatsache ist, dass der Haussegen bei den Handballern der HSG Zwehren/Kassel schiefhängt. Die Trainer Harald Meißner und Andreas Paul sollen nach Saisonende ausscheiden (wir berichteten). Dies sorgt für Wirbel. Womöglich jedoch liegt er eher in den Differenzen zwischen Meißner und dem neuen Sportlichen Leiter Klaus Kurtz begründet. Wie aber kam es zu den Turbulenzen?

In einer am Dienstag bei uns eingetroffenen Presserklärung teilte die HSG mit, nach der Saison nicht mehr mit Frauentrainer Paul und Männertrainer Meißner arbeiten zu wollen. Versendet wurde sie von Schriftführer Helmut Schäfer, verfasst von Meißner, der auch Vorsitzender ist. Der Grund: Die Frauen hätten die Veränderung angeregt, bei den Männern habe Kurtz den Wechsel gewünscht. Kurtz sendete wenig später seine Sicht der Dinge. Nicht er habe sich gegen Meißner als Trainer ausgesprochen, sondern dessen Mannschaft.

„Spieler haben mich angerufen und bestätigt, dass sie sich nicht gegen mich ausgesprochen haben. Es gab aber einen Vorstandsbeschluss, der mehrheitlich, nicht einstimmig, gegen mich ausfiel. Ich selbst habe mich dabei enthalten“, erklärt Meißner, seit acht Jahren als Trainer und Co-Trainer bei der HSG tätig.

Kurtz schildert die Dinge so: „Wir haben mit allen Spielern Gespräche geführt. Der Tenor war, dass etwas passieren muss, weil sie im zweiten Jahr in Folge gegen den Abstieg spielen. Dazu gibt es eine Erklärung des Spielerrates. Diese habe ich in der Vorstandssitzung mit der Bitte um einen Beschluss zur Zukunft des Trainers vorgelegt. Einen Alleingang von mir gab es nicht.“

Ob Meißner sein Vorstandsamt weiter ausübt, ließ er offen. Wie Paul auch soll er bis Saisonende Trainer bleiben. „Ich hänge an der Mannschaft und werde nicht hinschmeißen“, bekundet er Durchhaltewillen. Was ihn stört: „Sportlich ist mir die Trennung egal. Nach einigen Jahren sollte ohnehin der Trainer wechseln. Nach der Wahl des Sportlichen Leiters im Januar war mir aber klar, dass das nicht lange gutgehen würde.“

Mehr Ballast für Spieler

Dass die Chemie zwischen den Widersachern nicht stimmt, bestätigt Kurtz: „Ich habe mich korrekt verhalten. Persönlichen Differenzen sind das Problem.“

Offiziell mochte sich aus der Männermannschaft niemand äußern. Zu groß ist offenbar die Angst, zwischen die Fronten zu geraten. Inoffiziell heißt es, man habe Meißner nicht abgesägt. Viele Spieler hätten sich jedoch für frischen Wind ausgesprochen, was Interpretationsspielraum lässt. Eines jedoch ist klar: Der Mannschaft bürden die Querelen im Kampf um den Klassenerhalt zusätzlichen Ballast auf. Archivfoto: Fischer/nh

Von Wolfgang Bauscher

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