Das Eishockeytalent Jenifer Reichert über den Sport, die Schule und ihre Zukunft

Die U 18 fest im Blick

Eishockey ist ihr Leben: Die 16-jährige Jenifer Reichert aus Kassel gilt als eines der größten Talente im Eishockey aus der Region.“ Foto: Hildebrand

Kassel. Jenifer Reicherts Terminkalender ist bis obenhin vollgepackt. Drei- bis viermal pro Woche Eishockeytraining, am Wochenende stehen Spiele an. Und dann ist ja da auch noch die Schule. Doch für die 16-Jährige aus Kassel lohnen sich all diese Mühen. Sie spielt als Stürmerin bei der Eishockeyjugend Kassel und gilt als eines der größten Talente aus der Region.

„Ich spiele schon, seit ich fünf Jahre alt bin. Mein Vater hat sich schon immer sehr für Eishockey begeistert, mein älterer Bruder ebenso. Daher hat diese Leidenschaft auch auf mich abgefärbt“, erklärt sie. Anfangs habe sie lediglich auf dem Eis gestanden, um den Sport mal auszuprobieren. „Dann hat es mir aber so viel Spaß gemacht, dass ich weitergemacht habe“, sagt Reichert.

Wie sich zeigen sollte, war das die richtige Entscheidung. Die 16-Jährige hat bereits an mehreren Lehrgängen der U15 der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft teilgenommen, spielte auch bei einem Vier-Länder-Turnier mit. Kürzlich wurde sie dann zur U18 eingeladen, musste aber absagen: „Ich hatte eine Verletzung am Fuß, weswegen ich nicht spielen konnte. Ich hoffe, dass ich aber noch einmal die Chance bekomme und zur U18 eingeladen werde“, erklärt die Kasselerin.

Ziel ist erstmal die U18

Ob sie später einmal für die Frauen-Nationalmannschaft aufs Eis geht, darüber macht sie sich noch keine Gedanken: „So weit in die Zukunft blicke ich nicht. Mein Ziel ist erstmal die U18. Was danach kommt, wird sich zeigen.“ Stattdessen konzentriert sie sich lieber auf die Gegenwart. Und da warten bereits genug Herausforderungen auf das Eishockeytalent.

In den vergangenen Jahren spielte Reichert in den Schülermannschaften der Young Huskies, aktuell ist sie auch für die Deutsche Nachwuchsliga 2 (DNL 2) spielberechtigt. „Gänzlich ausschließen will ich es nicht, dass ich in der DNL 2 spiele. Aber in meinem Alter merkt man körperlich doch einige Unterschiede zu den Jungs“, sagt sie. Stattdessen hofft sie darauf, für die Frauenmannschaft der Füchse Duisburg an den Start gehen zu dürfen. Dafür eine Förderlizenz zu erhalten, gestaltet sich allerdings schwierig.

„Das Problem ist, dass Duisburg und die Ice Cats Kassel in der NRW-Liga spielen, Duisburg natürlich etwas ambitionierter. Daher bekomme ich keine Förderlizenz, da gesagt wird, da es in Kassel ja eine Mannschaft gibt, für die ich spielen könnte“, sagt Reichert. Noch hat sie die Hoffnung allerdings nicht aufgegeben, dass sie diese Saison doch noch für Duisburg spielen darf. Daher tritt sie derzeit auch für keine andere Mannschaft an, sondern trainiert die meiste Zeit.

Und neben dem Eishockey? Da nimmt die Schule den größten Teil der Freizeit der 16-Jährigen in Beschlag. Seit wenigen Wochen besucht sie die Herderschule in Kassel, macht dort in drei Jahren ihr Abitur. „Das ist dann schon etwas stressig. Ich komme nach Hause, gehe ins Training und mache abends Hausaufgaben“, erklärt Reichert. Das alles stört sie allerdings nicht: „Egal was ich mache, ich gebe immer 100 Prozent und werde von Familie und Freunden unterstützt. Daher verspüre ich keinen Druck.“

Wie es nach der Schule weitergeht, weiß das Nachwuchstalent noch nicht. Ideen hat sie allerdings schon: „Es wird wohl kaum so sein, dass ich mit Eishockey meinen Lebensunterhalt verdiene. Nach der Schule mache ich vielleicht eine Ausbildung oder ein Studium.“

Von Kevin Hildebrand

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