Vor Ort: Deutsche Nationalmannschaft bereitet sich mit Bundesliga-Profis auf EM vor

Beachhandball: Über Waldau nach Lloret de Mar

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Wieder Kempa-Tor: Sebastian Kühn (mit Ball) von den Beach Boys Kassel kommt hier vor Nationalspieler Nils Torbrügge zum erfolgreichen Abschluss.

Kassel. Was gehört zu einer guten Generalprobe? Auf jeden Fall ein engagierter und couragierter Gegner. Dazu Wettkampfvoraussetzungen, die ähnlich denen beim Saison-Höhepunkt sind. Und falls möglich: gutes Wetter.

Nur einen Weitwurf entfernt von der Fuldaaue auf der Anlage des TuSpo Waldau sind die Bedingungen an diesem Vormittag nahezu optimal, als die deutsche Beachhandball-Nationalmannschaft mit einem Turnier im Sand einen dreitägigen Lehrgang beschließt. Dass sich die neu gebildete DHB-Auswahl zwei Wochen vor der Europameisterschaft in Lloret de Mar/Spanien gegen die durchaus vor Spielfreude strotzenden Beach Bangers Waldau und die Beach Boys Kassel behauptet, ist dabei nicht mehr als eine Randnotiz.

DER PROMINENTE GAST

Helfer vor Ort: Mathias Jünemann vom TuSpo Waldau.

Im Kader sind sogar zwei Erstliga-Akteure. Nils Torbrügge spielte eine Woche zuvor noch mit Minden in Friesenheim, und Daniel Rebmann hütete zur gleichen Zeit für Göppingen das Tor in Wetzlar. „Wir müssen uns eh in der Sommerpause einigermaßen fit halten. Da ist Beachhandball eine gute Alternative“, sagt Torbrügge, „und das Trikot mit dem Adler auf der Brust darf man auch nicht alle Tage tragen.“ Gerne wären auch Profis wie die Ex-Nationalspieler Dominik Klein aus Kiel. Johannes Bitter aus Hamburg oder Lemgos Schlussmann Nils Dresrüsse dabei gewesen – aus gesundheitlichen oder privaten Gründen mussten sie jedoch den beiden Trainern Kai Bierbaum und Konrad Bansa absagen.

DIE TRAININGSSTÄTTE

Das Gelände neben dem Fußball-Platz des TuSpo ist Beachhandball-Freunden bundesweit ein Begriff. Auch das deutsche Frauenteam mit den international erprobten Assen Christine Lindemann, Isabell Klein und Steffi Melbeck wirbelte schon durch den Waldauer Sand. „Die Anlage ist immer noch sehr gut“, erklärt Kai Bierbaum, der schon als Aktiver nahe der Fulda im Einsatz war, weshalb die Wahl auf Nordhessen fiel. „Darüberhinaus liegt Kassel sehr zentral.“

Damit seine Schützlinge zum Abschluss noch etwas testen konnten, kümmerte sich Mathias Jünemann um Kontrahenten. „Es ist nicht schwer, Sparringspartner zu finden. Die Jungs sind für solche Sachen leicht zu motivieren“, betont TuSpo-Abteilungsleiter Mathias Jünemann.

DAS TURNIER

Für das Nationalteam verantwortlich: Kai Bierbaum.

Einige Dutzend Zuschauer sind gekommen – und erkennen schnell, worum es geht: raffinierte Anspiele, spektakuläre Tore. Denn Treffer nach Pirouette und Kempa-Trick werden nicht mit einem, sondern zwei Zählern bewertet. Sebastian Kühn von den Beach Boys trifft sensationell hinter dem eigenen Rücken. Auch das gibt zwei Punkte – und natürlich viel Beifall der Besucher. Kräftig Applaus bekommt auch Björn Frey, der wie Kühn normalerweise für die TG Wehlheiden aufläuft. Mit einem Hechtsprung verhindert er einen Treffer seines Gegenübers Rebmann. „Hier kann ich mir einiges abschauen. Natürlich will man die Nationalspieler auch ein bisschen ärgern“, verrät Frey, dem vom letzten Auftritt immer noch ein paar Sandkörner an der rechten Wange kleben.

Beachhandball: Nationalteam trainiert in Waldau

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