Ulusoys Schlenzer ins Derbyglück

Lohfelden gewinnt 3:1 gegen Vellmar – OSC präsentiert sich kämpferisch stark

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Abgezogen: Lohfeldens Serkan Aytemür (links) kommt gegen Oliver Scherer zum Abschluss. Im Hintergrund: Doppeltorschütze Tolga Ulusoy (FSC). 

Kassel. Um exakt 16.44 Uhr pfiff Schiedsrichter Kai Vonderschmidt aus Mühlheim das Hessenliga-Derby im Lohfeldener Nordhessenstadion ab.

Mit dem dritten Erfolg in Serie verbesserten sich die Mannen von Trainer Otmar Velte auf den fünften Platz. „Letztes Jahr hatten wir insgesamt nur zwei Punkte aus allen Derbys geholt. Wir sind deshalb heute sehr glücklich“, kommentierte Velte. Dagegen steckt Vellmar weiter am Tabellenende fest. Dabei spielte der OSC in Lohfelden nicht wie ein Schlusslicht.

Die Schlüsselszene

„Wir werfen alles rein, es liegt an Kleinigkeiten“, befand Verteidiger Oliver Scherer. Coach Mario Deppe haderte mit einigen „unglücklichen Schiedsrichter-Entscheidungen“. Damit dürfte er unter anderem die Szene aus der sechsten Minute gemeint haben: Maik Siebert hält FSC-Stürmer Serkan Aytemür fest, der Unparteiische bewertet das Vergehen als Notbremse und stellte den Vellmarer früh vom Feld. „Ich hätte gern gesehen, wie das Spiel bei elf gegen elf verlaufen wäre“, sagte Deppe mit Blick auf den kämpferisch überzeugenden Auftritt seines Teams.

Die Kräfterverhältnisse

Die Lohfeldener begannen forsch, taten sich aber bei einem Mann mehr auf dem Feld schwer. Das 1:0 war allerdings sehenswert: Nach schnellem Spielzug über Lukas Iksal und Tolga Ulusoy prüfte Aytemür den an diesem Tag nicht immer sicheren OSC-Schlussmann Tobias Schlöffel. Über Umwege kam der Ball schließlich zu Nasuf Zukorlic, der per Fallrückzieher abschloss (26.). Kurz darauf hätte der Gastgeber auf 2:0 stellen müssen: Nach Flanke von Serdar Bayrak scheiterte Neuzugang Aytemür jedoch freistehend gegen Schlöffel, und Iksals Nachschuss verfehlte sein Ziel (30.).

„Wir haben nach dem 1:0 nachgelassen. Vellmar hat das allerdings auch gut gemacht“, erklärte Mittelfeldstratege Ulusoy. In der 32. Minute glich der Außenseiter, der trotz nummerischer Unterzahl durchaus mutig auftrat, aus: Ecke Tolga Yantut, Kopfball-Vorlage Sebastian Wagener, und Robin Wissemann muss den Ball nur über die Torlinie drücken – 1:1 (32.).

Der Sieggarant

Lohfelden hatte im zweiten Durchgang mehr vom Spiel. „Wir können mittlerweile verschiedene Systeme einsetzen“, freute sich Velte. Gefährlich war seine Mannschaft aber zumeist nur mit Distanzschüssen. Diese brachten dann aber den Erfolg: In der 54. Minute schlenzte Ulusoy einen Freistoß ins rechte Tordreieck. „Wir wissen ja, dass Tolga eine tolle Schusstechnik hat“, sagte Velte begeistert. Zumal der Hochgelobte auch das 3:1 markierte: mit viel Gefühl aus halbrechter Position (80.).

Der letzte Höhepunkt

Viele weitere Vorstöße des FSC wehrte der OSC ab. 180 Sekunden vor Ende wurde es noch einmal spektakulär: Nach toller Hereingabe des aufgerückten Defensivmanns Daniel Beyer setzte Enis Salkovic einen Seitfallzieher über den Querbalken (87.).

Die Vellmarer Sorgen

Salkovic stand irgendwie stellvertretend für die unterschiedlichen personellen Situationen der beiden Klubs. In Lohfelden saß Salkovic am Samstag eine Stunde auf der Bank, beim OSC war er in der vergangenen Serie nahezu unverzichtbar.

„Auf der heutigen Leistung können wir dennoch aufbauen“, befand Mario Deppe. Am Dienstag, dem Einheitstag, erwartet Vellmar den Spitzenklub aus Dreieich. Dann muss der OSC auch noch auf Rotsünder Siebert verzichten.

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