Umfrage nach Handtor von Leon Andreasen: „Hätte genauso gehandelt“

Zeigt Verständnis für Hannovers Andreasen: Christian Wollenhaupt (rechts) vom OSC Vellmar. Foto: Fischer

Kassel. Das Handtor des Hannoveraners Leon Andreasen im Spiel der Fußball-Bundesliga gegen Köln ist auch bei Sportlern in der Region ein Thema. Wir haben Trainer, Spieler und Schiedsrichter aus Kassel und Umgebung gefragt, was sie von diesem Vorfall halten.

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Jonas Bernhardt (17 Jahre, Mittelfeld, Jugendspieler beim Kreisligisten JSG Hertingshausen/Rengershausen): „In dieser Situation hätte ich genauso gehandelt wie der Hannoveraner. Fair Play ist zwar wichtig, aber welcher Bundesliga-Spieler würde ein solches Handspiel zugeben, wenn es um sehr wichtige Punkte geht? Meiner Meinung nach hätten das vor allem die Unparteiischen sehen müssen.“

Maurice Kraft (23 Jahre, Torwart beim Gruppenligisten GSV Eintracht Baunatal): „Ich habe gelesen, dass man das Handtor sogar vom obersten Rang im Stadion Camp Nou in Barcelona gesehen hätte. In der Bundesliga geht es aber um sehr viel Geld und wichtige Punkte, deshalb wird ein Spieler ein solches Tor auch nicht unaufgefordert zugeben. Ich finde Fair Play aber dennoch sehr wichtig. Erlebt habe ich das erst am vergangenen Sonntag. Wir hatten ein Punktspiel in Körle, einer unserer Spieler lag verletzt am Boden. Obwohl der Gegner in unserem Sechzehner war, hat er den Ball sofort ins Aus gespielt.“

Jörg Odensaß (37 Jahre, Stürmer, Spielertrainer beim Kreisoberligisten SV Espenau): „Hannover stand vor dem Spiel gegen Köln im Tabellenkeller, war mächtig unter Druck. Im heutigen Fußballgeschäft geht da in so einer Situation kein Spieler zum Schiedsrichter und beichtet ein Handspiel. Vor allem, wenn es der Treffer zum 1:0 ist. Vielleicht wäre die Situation anders ausgegangen, wenn es 3:0 oder 4:0 gestanden hätte. Dennoch würde ich mir mehr Fair Play im Profisport wünschen.“

Stefan Koch (39 Jahre, Trainer beim Kreisligisten SG Wickenrode/Helsa): „Es ist ein zweischneidiges Schwert. Der Druck in der Bundesliga ist groß, es ist eine schwierige Situation. Deshalb ist das Verhalten des Spielers in gewisser Weise ein bisschen nachzuvollziehen. Grundsätzlich ist es aus meiner Sicht richtig, den Trainer auf den Fehler hinzuweisen.“

Christian Wollenhaupt (30 Jahre, Spieler beim Hessenligisten OSC Vellmar): „Ich kann den Spieler durchaus verstehen. Hannover geht es nicht ganz so gut, und der Schiedsrichter hat nicht gepfiffen. Ich selbst habe so etwas noch nicht erlebt. In der vergangenen Saison allerdings gab uns der Schiedsrichter beim Stand von 0:0 einen Eckstoß. Dann bin ich zu ihm hin und habe ihm mitgeteilt, dass ich zuletzt am Ball war. Dann entschied er sich um und gab Abstoß. Fair Play ist absolut wichtig.“

Pascal Krauß (32 Jahre, Mittelfeld, Spieler beim Gruppenligisten VfL Kassel): „Abgesehen davon, dass schon der Schiedsrichter das Handspiel hätte sehen müssen, kann ich das Verhalten von Andreasen durchaus nachvollziehen. Hannover hängt im hinteren Tabellendrittel fest und braucht dringend Punkte. Führt seine Mannschaft mit 2:0, hätte Andreasen sich die Sache vielleicht auch anders überlegt und dem Schiedsrichter gesagt, dass er mit der Hand am Ball war. Eine ähnliche Situation habe ich noch nicht erlebt. Lediglich bei Eckbällen kommt es ab und an mal zu Diskussionen.“

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