13-Jährige besucht Sportinternat in Halle - Mit Videoporträt

Klassenarbeit im Trainingslager: Vellmarer Schwimmerin Liv-Kathy Göbel feiert Erfolge

Ihringshausen/Vellmar. Das mit dem Wasser ist so ein Problem. Vor allem, wenn es nur 22 Grad warm ist wie im Ihringshäuser Waldschwimmbad.

Während die Temperatur für deutsche Freibäder nichts Ungewöhnliches darstellt, hat Liv-Kathy Göbel so ihr Problem damit. „Für Schwimmer liegt die optimale Temperatur bei 28 Grad“, sagt die 13-jährige Vellmarerin, die normalerweise ihr Schwimmtraining und ihre Wettkämpfe in Hallenbädern absolviert.

Vor allem bei den Letzteren wusste der Teenager zuletzt zu überzeugen. Jeweils drei nationale Titel sprangen im Juni bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin heraus: Über 400 Meter Lagen sowie über 200 und 100 Meter Rücken. „Im nächsten Jahr bin ich alt genug, um an den offenen Deutschen Meisterschaften teilzunehmen“, formuliert Göbel eines ihrer Ziele.

Grund zur Freude: Liv-Kathy Göbel hat sich im Juni drei nationale Titel gesichert.

Dafür lebt und trainiert die gebürtige Nordhessin im Sportinternat in Halle. Und das schon seit drei Jahren. „Für uns ist das nicht immer einfach, weil wir dauerhaft getrennt sind“, räumt Liv-Kathys Vater Sven Göbel ein. Um zumindest die Lebenssituation für die Tochter zu entschärfen, war im Hause Göbel klar, dass Mutter Nicole mit der einzigen Tochter nach Halle zieht. „Ein zehnjähriges Kind hätten wirnicht guten Gewissens allein lassen können“, sagt der Kasseler Immobilienmakler, der jetzt seine Wochenenden mit Frau und Tochter in Sachsen-Anhalt verbringt. Für die 13-Jährige ist er neue Lebensschwerpunkt inzwischen Routine: „Zum Glück habe ich im Internat schnell neue Freunde und vor allem auch Trainingspartner gefunden“, sagt Liv-Kathy, die inzwischen an sechs Tagen in der Woche neun Trainingseinheiten absolviert und zwischendurch zwischen 9.45 und 16.45 Uhr Unterricht hat. „Am Abend kommen dann noch die Hausaufgaben an die Reihe, da bleibt nicht viel Zeit für andere Hobbys“, sagte die Schwimmerin, die das Abitur anstrebt. Um Schule und Sport optimal miteinander zu kombinieren, wird auch schon mal eine Klassenarbeit im Trainingslager in Spanien geschrieben.

Auch sonst ist Nordhessen für die junge Schwimmerin schon ein ganzes Stück in die Ferne gerückt. Während früher die SSG Fuldatal die sportliche Heimat des jungen Talents war, startet Göbel inzwischen für die Saalehaie in Halle in der Schwimm-Bundesliga.

Zu fast allen Wettkämpfen wird die 13-Jährige im Moment noch von den Eltern begleitet. Die entsprechenden Leistungen konnte sie bisher abrufen, sodass sie inzwischen im nationalen Nachwuchskader des Deutschen Schwimmverbandes steht – immer unterstützt von den Eltern, die einfach wissen, „dass nur wenige Sportler später vom Schwimmen leben können, weshalb die Schule immer im Fokus bleiben wird“, wie Sven Göbel sagt.

Tochter Liv-Kathy wird daher noch weiter in Halle ihren Erfolg suchen und weiß eines ganz sicher: „Heimweh nach Kassel habe ich nicht.“

www.liv-kathy-goebel.de

Rubriklistenbild: © Fischer

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