Regionalligist besiegt Sinzig 3:1

Vellmarer Volleyballer behalten die Nerven

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Der Block hält dicht: Die Vellmarer Stefan Derksen (Zweiter von links) und Mika Wiederms verteidigen den Schmetterball von Sinzigs Dirk Funk (links).

Wie wertvoll dieser Sieg war, wird sich vermutlich erst am Ende der Saison zeigen. Dann steht fest, wer aus der Dritten Liga absteigt – und ob es zwei oder drei Absteiger in der Volleyball-Regionalliga gibt. Fakt ist aber jetzt schon: Der SSC Vellmar hat sich mit einem überzeugenden 3:1 (25:19, 25:21, 20:25, 25:19)-Heimerfolg gegen den direkten Kontrahenten LAF Sinzig in eine gute Ausgangslage gebracht. Bei noch drei ausstehenden Partien entledigte sich der Regionalligist den größten Abstiegssorgen.

Apropos: Vom Thema Abstiegskampf wollte Vellmars Trainer Roland Löber nach dem Duell überhaupt nichts wissen: „Wenn man fast die Hälfte seiner Saisonspiele gewinnt, darf man nicht absteigen.“ Klingt logisch. Und was seine Mannschaft von Beginn an zeigte, stellte die eigene Regionalliga-Tauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis. Konzentriert und mit einer gehörigen Portion Entschlossenheit ging der SSC zu Werke. Folglich verwunderte es kaum, dass er sich im ersten Satz rasch eine komfortable Führung erspielt hatte.

Auffällig in dieser Phase: Besonders die kurzen Anspiele von Kapitän und Zuspieler Marc Löber waren eine echte Waffe. Kaum zu verteidigen für die Sinziger, die zunächst etwas steif wirkten und mit dem variablen Spiel der Vellmarer große Probleme hatten. Aber ein Spaziergang war es trotz der sich abzeichnenden Überlegenheit dennoch nicht. Zu hoch war die Vellmarer Fehlerquote – besonders bei Aufschlägen. „Das ist ein Problem, das uns die ganze Saison beschäftigt“, erklärte Coach Löber.

Glücklicherweise stellte die Aufschlagschwäche aus Vellmarer Sicht keinen spielentscheidenden Faktor dar. Gerade weil eben andere Dinge prächtig funktionierten – wie beispielsweise der Außenangriff. Hier ließ Stefan Derksen reihenweise die Muskeln spielen und donnerte die Bälle hart und präzise übers Netz. Dass die Sinziger da nicht die Köpfe einzogen, war fast schon lobenswert. Mit 25:19 ging der erste Satz an den SSC, der von seinem eigenen Auftreten wie beflügelt schien.

Denn auch im zweiten Satz lief es rund. Libero Leon Winkler trumpfte mit starken Reflexen und sehenswerten Rettungstaten auf – auch mal unkonventionell mit dem Fuß. Am Netz blockten Mika Wiemers, Joost Stitz und Karim Goldmann ziemlich alles, was ging. Die Folge: 25:21, 2:0-Satzführung. Im dritten Satz, der getrost als kleiner Schönheitsfehler gewertet werden kann, wurde Vellmar nachlässiger. Sinzig witterte seine Chance, gewann 25:20.

Jetzt bloß nicht nervös werden, war angesagt. In der wohl kritischsten Phase des Spiels, dem vierten Satz, musste der SSC geduldig sein. Und das tat er auch. Beim zwischenzeitlichen 22:17 rannten sich die Sinziger gegenseitig über den Haufen. Eine Szene mit Symbolcharakter. Denn irgendwie schien die Gegenwehr der Gäste gebrochen. Und Vellmar gelang ein Riesenschritt Richtung Klassenerhalt.

Von Raphael Wieloch

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