Familie geht vor

Vellmars Oberligaspieler Peter Petrovszki hört mit dem aktiven Handball auf

Seine Ansage und sein Einsatz werden fehlen: Peter Petrovszki zieht sich vom aktiven Handball zurück.
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Seine Ansage und sein Einsatz werden fehlen: Peter Petrovszki zieht sich vom aktiven Handball zurück.

Peter Petrovszki war 2010 vom ungarischen Klub ETO Györ zu den Handballern des TSV Vellmar gekommen, ist jetzt also im zehnten Jahr dabei. Doch bevor die Oberliga-Saison beginnt, ist sie schon beendet für den 32-Jährigen.

Vellmar - „Ich weiß, dass mein Rückzug jetzt nicht passt, aber wenn die Familie zu stark unter dem Hobby Sport leidet, dann muss man Prioritäten setzen“, sagt Petrovszki. Dem Rückraumspieler ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, „eigentlich sollte meine Handballkarriere mit dieser Saison einen würdigen Abschluss bekommen“.

Petrovszki hat in der zweiten Vorbereitungsphase auf die Oberliga-Saison, als der Trainingsaufwand gesteigert wurde, schon gemerkt, dass es für ihn Engpässe gibt. „Es wurde klar, dass meine Hilfe zuhause gebraucht wurde“, sagt Petrovszki. Auch wenn er sich dem Verein moralisch verpflichtet fühlte, musste er die Entscheidung zugunsten von Sohn Jonas Bence (5), Tochter Mina (1) und natürlich auch von Ehefrau Carina fällen. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass er während der Serie bis in den Juni 2021 hinein kaum ein Wochenende frei hat.

Die Mannschaft habe ihm nach der Bekanntgabe seines Rückzugs den Rücken gestärkt. „Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich das Team im Stich lasse. Doch meine Mitspieler waren sich einig, dass in einem solchen Fall die Familie die Nummer eins ist“, sagt „Pepe“. „Es ist ja nicht nur die sportliche Seite, die leidet, sondern auch die menschliche. Wir verstehen uns alle wirklich gut untereinander.“

Ganz verzichten muss die Mannschaft auf „Pepe“ ja dann doch nicht: „Bei den Heimspielen werde ich den TSV so oft wie möglich unterstützen.“

„Peter Petrovszki wird uns besonders in der Abwehr schmerzlich fehlen, aber die Familie geht vor“, sagt Trainer Abraham Rochel. „Der Rückzug von Peter ist ein schwerer Schlag“, meint der Sportliche Leiter Gordon Hauer. „Aber da müssen wir durch.“ Man wolle jetzt versuchen, noch kurzfristig Verstärkung zu bekommen, was allerdings fast unmöglich sei. In der Winterpause soll die Suche dann noch einmal intensiviert werden. Das sieht auch Trainer Rochel so.

Verstärkung ist auch bitter nötig, da sich Kreisläufer Jan-Magnus Berninger im Training einen Kreuzbandriss zuzog und länger ausfällt. Er soll am 20. Oktober operiert werden. Dazu hat sich auch noch Marian Seibert beim TSV wieder abgemeldet und wird wohl in der zweiten Mannschaft der HSG Baunatal spielen. (Peter Fritschler)

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