Trainieren oder nicht trainieren?

Viel Ungewissheit bei Vereinen und Spielern im Tischtennis

Bei vielen Tischtennis-Vereinen müssen Schläger und Ball weiter ruhen. Nur wenige heimische Spieler dürfen mit Ausnahmeregelungen trainieren.
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Bei vielen Tischtennis-Vereinen müssen Schläger und Ball weiter ruhen. Nur wenige heimische Spieler dürfen mit Ausnahmeregelungen trainieren.

Der Spielbetrieb im heimischen Tischtennis ruht bis Ende November – von der Hessenliga abwärts wird in diesem Jahr gar nicht mehr gespielt. Aber durch die Lockerungen der Corona-Beschränkungen ist es in Hessen grundsätzlich wieder möglich, Tischtennis im Einzel zu spielen.

Schließlich sollen Amateur- und Freizeitsportler auf Sportanlagen zu zweit und mit Angehörigen des eigenen Hausstands trainieren dürfen. Allerdings entscheiden die Kommunen, ob sie Hallen und Sportplätze wieder öffnen. Wir haben uns bei heimischen Tischtennis-Vereinen umgehört.

SVH Kassel

In Kassel bleiben die Sportanlagen für Amateursportler erst mal geschlossen. Es gibt aber Ausnahmeregelungen. Bei der SVH Kassel dürfen beispielsweise die Kaderspieler Tyler Köllner und Giuliano Rogaia trainieren. Noch nicht geklärt ist, ob auch die Harleshäuser Drittliga-Mannschaft eine Sonderrolle einnehmen darf. „Wir arbeiten noch an einer Lösung“, sagt SVH-Abteilungsleiter Dieter Salmen, der daraufhin verweist, dass das hessische Innenministerium in Abstimmung mit dem Landessportbund die ersten drei Ligen der olympischen und paralympischen Sportarten als Profisport ansieht. Dazu zähle auch die 3. Bundesliga im Tischtennis.

SC Niestetal

„Zurzeit lassen wir das Training lieber ruhen“, sagt Peter Schumann, Vorsitzender des SC Niestetal. „Die Hallen sind geschlossen, wir müssen erst mal abwarten, wie die Kommune entscheidet.“ Schumann will aber zudem warten, bis die Neu-Infektionszahlen wieder heruntergehen. „Wir haben ja auch eine Verantwortung der Bevölkerung gegenüber“, sagt der SCN-Vorsitzende.

Vor dem Lockdown hatten die Niestetaler ein Konzept erarbeitet, in dem in einer Großsporthalle an zwölf Platten während des Trainings gleichzeitig gespielt werden durfte. Schumann kann sich nun höchstens vorstellen, dass in jedem Hallendrittel eine Platte steht. „So kann das Jugendtraining aber nicht stattfinden“, sagt der Vorsitzende, der darauf hinweist, dass sonst in jedem Hallendrittel ein Trainer stehen müsste. Auch für das Erwachsenen-Training wäre der Aufwand zu groß.

TTC Elgershausen

Guido Oliv legt das Telefon kaum noch aus der Hand. „Das ist derzeit ziemlich spannend. Mich rufen ständig Spieler an und wollen wissen, ob sie wieder zum Trainieren in die Halle können“, sagt der Vorsitzende des TTC Elgershausen. Klar sei nur, dass Sportler aus den Bundeskadern wieder an die Tische dürften. Was unter anderem Trainerin Diana Tschunichin mit acht Kindern aus verschiedenen Klubs zugutekäme.

TSV Ihringshausen

Hin- und hergerissen fühlte sich gestern Norbert Strauch. Am Morgen noch war der Abteilungsleiter des TSV Ihringshausen damit beschäftigt, den eingeschränkten Wiedereinstieg in den Trainingsbetrieb zu organisieren. „Wir hätten in der kleinen Halle in Rothwesten zu zweit trainieren dürfen und in der unterteilten großen in Ihringshausen mit zwei mal zwei Leuten“, berichtet er. „Jedes Duo hätte nach einem Zeitplan 45 Minuten für sich gehabt, die Zeiten waren begehrt.“ Am Nachmittag folgte die Kehrtwende. „Auf Bürgermeisterebene wird wohl im Kreis festgelegt, dass die Hallen doch zu bleiben“, sagt Strauch. Somit müssen sich die zwölf Teams des TSV weiter gedulden. Zumal der Wiedereinstieg in den Ligabetrieb laut Strauch frühestens im Januar erfolgen kann: „Die Hinserie ist abgeblasen. Es wird dann wohl nur eine einfache Runde gespielt.“ (Wolfgang Bauscher und Manuel Kopp)

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