Baunataler siegen mit nur sieben Feldspielern 27:26

3. Hanball-Liga: Baunatal siegt beim TV Großwallstadt

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Der Matchwinner nimmt Maß: Sven Vogel erzielte 13 Sekunden vor Schluss den Siegtreffer der Baunataler Eintracht. 

Elsenfeld. Sie hatten keine Chance, aber die haben sie entschlossen genutzt. Eine Floskel, klar. Und dennoch: Sie trifft manchmal zu.

Nach zahlreichen Ausfällen auf acht Feldspieler dezimiert (von denen nur sieben spielten), die vierte Niederlage im vierten Spiel schon vor Augen, haben die Baunataler Eintracht-Handballer mit ihrem 27:26 (11:12)-Sieg beim TV Großwallstadt den ersehnten Befreiungsschlag gelandet. 13 Sekunden vor Schluss blieb Rechtsaußen Sven Vogel eiskalt und sorgte per Strafwurf mit seinem fünften Treffer für den ersten Saisonsieg des Außenseiters – völlig unerwartet in schier aussichtsloser Situation.

„Wir sind total glücklich und stolz, dass wir nach unserem Fehlstart mit drei Niederlagen jetzt erst einmal durchschnaufen können“, bilanzierte Mirko Jaissle am Sonntag nach „der fröhlichsten und stimmungsvollsten Heimfahrt seit Langem.“ Der Trainer sprach von einem nahezu perfekten Aufwärtsspiel mit einer super Trefferquote, einem Sahnetag von Torwart Conny Paar „mit phasenweise nahezu 50 Prozent gehaltener Bälle“ und einem cleveren, abgezockten Auftritt seiner Rumpftruppe. Jaissle: „Wir hatten uns vor dem Spiel darauf eingeschworen, dem Glück diesmal Druck zu machen. Und genau das hatten wir insbesondere in der hektischen Schlussphase.“

Voraussetzung dafür aber war, dass sich die sieben Großenritter Feldspieler (Dennis Weinrich saß als äußerster Notnagel auf der Bank), ihre Kräfte gut einteilten. Lang, ganz lang spielten sie ihre Angriffe aus und nervten damit den hohen Favoriten. Großwallstadt dominierte zwar zunächst das Geschehen und legte immer wieder vor, die Eintracht aber blieb stets in Schlagdistanz. Nicht zuletzt, weil der neuformierte Innenblock mit dem umsichtigen jungen Abwehrchef Niklas Plümacher und Felix Rehberg das Zentrum mit großem Einsatz dicht machte und den TVG vielfach zu Würfen aus der zweiten Reihe zwang.

Auch im Angriff ging Trainer Jaissles Matchplan voll auf. Trotz Hüftbeschwerden ackerte der sonstige Mittelmann Marvin Gabriel im linken Rückraum erfolgreich, als Spielmacher zog Linkshänder Paul Gbur überragend die Fäden und avancierte mit sechs Toren (wie Linksaußen Felix Geßner) auch noch zum besten Schützen der Baunataler.

Die Folge: Beim 19:18 durch Sven Vogel nach 43 Minuten gingen die Nordhessen zum erst zweiten Mal in Führung. Fortan aber waren sie es, die den TVG stets in Zugzwang brachten und Tore vorlegten. Nach Coraks 26:26 (57:47) machten sie hinten dicht, ebneten so den Weg zu Vogels Siegtor. „Ich habe versucht, wenig über den Druck nachzudenken und auf eine Aktion des Torwarts zu warten. Und dann habe ich den Ball unten rechts versenkt“, berichtet der nervenstarke Matchwinner.

Nun hofft er, „dass wir mit demselben großartigen Willen und einer Superabwehr auch am nächsten Samstag im Heimspiel gegen Rodgau Nieder-Roden wieder einen Kraftakt landen können“.

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