Regionalligist reagiert auf steigende Coronazahlen

SSC Vellmar setzt Volleyball-Training aus - Spiel bleibt aber angesetzt

Ein Volleyball wird von zwei Händen gehalten, die in Handschuhen stecken
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Nur mit Handschuhen anfassen: Auch im Volleyball müssen die Mannschaften mit verschärften Corona-Regeln rechnen. Nun hat sich Regionalligist SSC Vellmar dazu entschieden, das Training vorerst auszusetzen.

Drei Auswärtsspiele hat Volleyball-Regionalligist SSC Vellmar jetzt bestritten. Und nach einer Partie in Südhessen sagte Zuspieler Timo Breithaupt zu seinen Kontrahenten am Netz im Scherz: „Wenn bei euch die Coronazahlen steigen, dann können wir doch die Saison bei uns in Form eines Turniers zuende spielen.“

Mittlerweile haben sich die Ereignisse aber überschlagen, denn auch in Stadt und Kreis Kassel sind die Regeln verschärft worden.

Nachdem der Hessische Volleyball-Verband den Spielbetrieb von der Oberliga abwärts bis zum 22. November ausgesetzt hatte, fällten auch die Vellmarer Verantwortlichen am Montagabend eine weitreichende Entscheidung. „In Absprache mit unserer Abteilungsleiterin und Hygienebauftragten haben wir das Training vorerst ausgesetzt. Das ist gerade für unsere junge Mannschaft richtig bitter, es gibt aber derzeit keine Alternative“, sagt Trainer Dierk Fooken. Kurios: Da die Regionalliga Südwest die Verbände Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland umfasst, wird über Spielabsetzungen von Woche zu Woche entschieden. Die Partie des SSC am Samstag in Hanau findet also – Stand jetzt – statt.

„Ich gehe aber davon aus, dass wir nicht spielen werden. Meistens kommt am Mittwoch die Entscheidung darüber in einem Rundschreiben. Schöner wäre es natürlich, wenn auch die Regionalliga Südwest endlich eine Regelung über einen längeren Zeitraum treffen würde“, erklärt Fooken. Schaut man auf die aktuelle Tabelle, dann hat eine Mannschaft noch kein einziges Spiel absolviert, andere Teams dagegen schon vier. „Aus Sinzig und Hanau haben wir gehört, dass der Trainingsbetrieb entweder eingeschränkt oder gar nicht möglich ist. Dadurch entsteht jetzt schon ein extrem verzerrtes Bild. Und da auch die Ausweichspieltage erschöpft sind, glaube ich, dass es am Ende der Saison weder Auf- noch Absteiger geben wird“, vermutet Fooken.

Für Timo Breithaupt hat die Aussetzung des Trainingsbetriebs auch eine persönliche Komponente. „Das Ganze tut schon richtig weh. Ich spiele jedes Jahr mit dem Gedanken, ob ich aufhöre, aber gerade jetzt macht es mit dieser jungen Mannschaft unfassbar viel Spaß. In der Vorbereitung habe ich richtig Gas gegeben und zwischenzeitlich zehn Kilo abgenommen“, sagt der 39-Jährige. Was sicher ist: „In der Coronazeit werde ich meine Karriere nicht beenden. Dann hänge ich sicher noch eine Saison dran“, sagt Breithaupt.

Ob es ein Problem sei, ohne Training zum Auswärtsspiel nach Hanau zu fahren, wenn es denn statfinden würde? „Das glaube ich nicht. Wir haben ja neben den vielen jungen Spielern auch eine ganze Menge Erfahrung in der Mannschaft. Da habe ich ehrlich gesagt keine Angst, dass wir das auch hinbekommen werden“, erklärt Breithaupt abschließend. Foto: dieter schachtschneider/nh

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