„Vom DFB gab es immer viel Lob“

Auestadion-Platzwart Werner Ludolph geht nach 20 Jahren in den Ruhestand

Werner Ludolph hockt auf dem Rasen im Auestadion und hält eine Eckfahne mit dem Logo vom KSV Hessen Kassel.
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Werner Ludolph war 20 Jahre Platzwart im Kasseler Auestadion. Heute geht der 63-Jährige in den Ruhestand. In seiner Amtszeit hat er viel erlebt.

Werner Ludolph hat viel erlebt in seinen 20 Jahren als Platzwart im Kasseler Auestadion. Heute geht er in den Ruhestand, schaut vorher aber zurück.

Kassel - Ob Leichtathletik, Fußball, Konzerte oder andere Großveranstaltungen – Ludolph war immer vor Ort, ließ bei Vorbereitung und Umsetzung keine Hektik aufkommen.

Platzwart – das bedeutet im Auestadion nicht nur einmal pro Woche Rasenmähen. „Den Hauptteil machen viele Arbeiten im Hintergrund aus. Der Rasen wird zweimal pro Woche gemäht, einmal mit einem Großflächenmäher, einmal mit einem kleineren“, erzählt Ludolph. Vor allem seine berufliche Vorerfahrung habe ihm im Auestadion geholfen, wo es im Laufe der Zeit immer mehr Elektronik und Technik gegeben habe.

Nach Dienstschluss noch zu Prüfungen

Ludolph ist in Kassel aufgewachsen, hat seine berufliche Laufbahn mit einer Maschinenschlosserlehre bei AEG begonnen, wo er mehr als 15 Jahre beschäftigt war. Danach hat er eine Ausbildung zum Maschinenbaumeister gemacht und über zehn Jahre bei Wegmann gearbeitet. „Dort kam es dann zu Einsparungsmaßnahmen, ich wurde arbeitslos“, erzählt Ludolph. Deshalb habe er damals eine Umschulung zum Energieanlagenelektroniker gemacht, als er von der Stelle als Platzwart im Auestadion erfahren habe.

Für Ludolph – selbst sportbegeistert und früher als Jugendtrainer in Sportvereinen aktiv – eine Selbstverständlichkeit, sich zu bewerben. „Ich sollte dann schon im November 1999 anfangen, ich hatte aber erst noch meine Prüfungen von der Umschulung. Deshalb bin ich dann im Januar 2000 gestartet“, erinnert sich Ludolph. Zu Beginn seiner Amtszeit sei er nach Dienstschluss noch für Prüfungen zu VW gefahren. „Sachen nicht zu Ende zu machen, ist nicht mein Ding.“

„Es hat sich nie jemand über die Anlage beschwert“

Wenn er heute zurückdenkt, sind ihm viele Veranstaltungen in Erinnerungen geblieben: „Es gab einige Junioren-Fußball-Nationalspiele, auch die Frauen-Nationalmannschaft war zu Gast. Ein jährliches Highlight war auch immer das Askina-Leichtathletik-Sportfest, das war eine tolle Veranstaltung.“

Anfangs sei viel Leichtathletik im Stadion gewesen, der KSV Hessen spielte nach der Insolvenz unterklassig. Gefreut habe er sich, wenn seine Arbeit Anerkennung bekam: „Vom DFB, aber auch vom Hessischen Leichtathletik-Verband gab es immer viel Lob. Es hat sich nie jemand über die Anlage beschwert.“

Gold-Schnipsel von Grönemeyer tauchten noch Jahre später auf

Und dazu kamen Konzerte von Pur, Wolfgang Petry, die Hessentagskonzerte 2013 – und Herbert Grönemeyer. „Da haben wir noch Jahre nachher Gold-Schnipsel im Stadion gefunden“, erzählt Ludolph, der einige Anekdoten erzählen kann.

In nächster Zeit ist er erst einmal so gut wie gar nicht im Stadion: „Ich habe Haus, Garten und Familie. Da ist reichlich zu tun.“ Wenn es die Zeit zulässt, will er aber zurückkehren und Heimspiele des KSV sowie andere Veranstaltungen besuchen. Ludolph hofft, dass man in Kassel zukünftig jungen Künstlern und älteren Musikern die Möglichkeit gibt, im Auestadion aufzutreten: „Sie füllen zwar keine Arena, wären hier aber genau richtig.“

Seinem Nachfolger möchte Werner Ludolph nicht ins Handwerk pfuschen, für Tipps steht er gerne bereit. Einen gibt er dann aber doch schon vorab: „Großveranstaltungen bringen Hektik mit sich, da muss man die Ruhe bewahren. Wenn sich jemand räuspert, muss man nicht gleich springen.“

Von Björn Friedrichs

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