Eishockey-Talente geben Debüt

Vor Ort beim Turnier der Kasseler Eislaufschule: Zum ersten Mal wie die Großen

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Freude über die Premiere: die Laufschüler der EJK mit (hinten von links) Josia Diekmann, Finn Menke, Tayler Haas, Luca Smarsly, Leo Schmidt, Mattheo Mand, Maxim Dmitriev, Jonte Hirdes, Phil Klaus, (hinten rechts) Betreuer Florian Hirdes und (vorn) Torhüter Jannis Hirdes. 

Beim Turnier der Eislaufschule der Eishockey-Jugend Kassel (EJK) treten die jungen Talente zum ersten Mal bei einem Wettkampf an. Wir waren vor Ort.

Ein bisschen spielt er selbst noch mit. „Lukas, steh auf. Und pass’ den Puck zur Seite“, ruft Julian Meyer und klatscht mit der Hand gegen das Plexiglas, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen.

Torhüter unter sich: Lukas mit Papa Julian Meyer.

Der Fünfjährige hat seinen Vater gehört, spielt die blaue Scheibe zur Seite und damit raus aus der Gefahrenzone. Sie ist leichter als die schwarzen Pucks, mit denen die Profis spielen. Hätte Lukas sie nach vorn gespielt, hätte er sie seinen Gegnern direkt auf den Schläger serviert. Es sind Tipps wie diese, die der Knirps ohne zu zögern vom Papa annimmt. Der 31-Jährige hütete bis 2012 das Tor der Oberliga-Mannschaft der Kassel Huskies. Heute feuert er seinen Sohn an.

Es ist Sonntagvormittag, wir sind vor Ort beim Turnier der Eislaufschule der Eishockey-Jugend Kassel (EJK). Für zwei Stunden dürfen sich die Jüngsten unter den Eishockey-Talenten zum ersten Mal wie die Großen fühlen.

Die Eisfläche ist dreigeteilt. Weiche gelbe Balken, die ein wenig an Turnmatten erinnern, liegen auf Höhe der Blauen Linien auf dem Eis. Unter der Videowand ist die eine Spielfläche, unterhalb des Heubodens die andere. Die neutrale Zone verwandelt sich derweil in den Coaching-Bereich. Eltern haben hier nichts verloren – Trainer Horst Fahl schickt sie vom Eis. „Sie wollen Stutzen richten oder ihrem Nachwuchs was zu trinken geben. Aber das gibt’s nicht. Sie lernen gleich wie der Hase läuft“, erklärt er. Während des Spiels kümmern sich ausschließlich Coaches und Betreuer um die kleinen Huskies.

Mit dabei sind zwei Teams der EJK, die einen spielen in blauen, die anderen in weißen Trikots, außerdem die Laufschule des Herner EV und die Spielgemeinschaft aus Hannover. Gespielt wird 16 Minuten am Stück. Alle 60 Sekunden dröhnt die Pausensirene durch die Halle – das Signal für den fliegenden Wechsel. Ein Modus, in dem bis zur U11 gespielt wird.

Nicht alle kommen elegant über die improvisierte Bande. Mancher Zwerg legt eher einen halben Salto hin, weil es mit dem Bremsen auf dem rutschigen Eis noch nicht so richtig klappt. Aber das stört nicht – schließlich geht’s ja darum, Erfahrungen zu sammeln. Zwischen vier und sieben Jahre sind die Kinder alt, einige sind älter, aber haben später mit dem Eishockey angefangen und gehen deshalb noch in die Laufschule. Dort lernen sie die Grundlagen der Puckjagd.

So ein Turnier kurz vor Weihnachten kommt da gerade recht. Es geht nicht um Ergebnisse, sondern um den Faktor Spaß. „Wir wollen die Kids weiter in den Verein integrieren“, erklärt Fahl. „Sie sehen jetzt, wofür sie die Übungen in der Laufschule machen“, ergänzt Julian Meyer.

Und sie lernen jede Menge über ihren Sport. Erstmals erleben sie einen Schiedsrichter auf dem Feld, viele werden erstmals lautstark von Mama, Papa, Oma und Opa auf der Tribüne angefeuert. Und an der Eisfläche machen Trainer und Betreuer klare Ansagen: „Jetzt alle zum Torhüter“, fordert Florian Hirdes nach dem Spiel auf. Abklatschen mit dem Schlussmann, danach Shake-Hands mit dem Gegner – und erst dann geht’s für eine kurze Pause vor dem nächsten Spiel in die Kabine.

Viele Talente tragen sogar Trikots mit ihrem Namen auf dem Rücken. Die Schilder werden per Klettverschluss auf dem Rücken befestigt. So auch bei Lukas Meyer. Eigentlich ist der Fünfjährige Feldspieler, hilft aber mal im Tor aus und glänzt gleich mit einer ganzen Reihe an Paraden. Sehr zur Freude von Papa Julian. „Super gehalten“, ruft der aufs Eis. Und Lukas dreht sich kurz um und lacht. Vielleicht wird aus ihm ja künftig auch mal ein Torhüter. Wie es ihm gefallen hat? Die Antwort ist kurz und bündig: „Cool“.

Am Ende gibt’s übrigens Medaillen für alle Teilnehmer – denn Gewinner sind sie ja alle.

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