Mädchenfußball in Wilhelmshöhe ist im Aufwind – C-Juniorinnen holen Titel

Sie werden immer mehr

Mit Spaß und Begeisterung bei der Sache: Die TSG Wilhelmshöhe präsentierte ihre Nachwuchsfußballerinnen mit den Trainern Jaime Ulla Fernandez (hinten rechts) sowie Ricarda Stern (hinten links) und feierte die Meisterschaft der C-Jugend. Foto: Schachtschneider

Kassel. Erst wenige Jahre ist es her, seit die TSG Wilhelmshöhe ihre im Dornröschenschlaf liegende Mädchen-Fußballabteilung wiederbelebte. Schneller als erwartet stellte sich, wie der Meistertitel der C-Juniorinnen in der A-Liga (Gruppe 2) beweist, der sportliche Erfolg ein. Doch nicht nur das. Beinahe noch wichtiger ist der enorme Zulauf, den die Abteilung erlebt.

Wie aber kam die Entwicklung an den Stockwiesen zustande? „Einige Eltern aus der in der Nähe angesiedelten Reformschule sprachen uns vor vier Jahren an, ob ihre Mädchen hier Fußball spielen könnten. Wir haben die Idee aufgenommen und wenig später mit acht Spielerinnen begonnen“, berichtet Trainer Jaime Ulla Fernandez. Die Zahl wuchs ständig und zeigte dem Klub, dass großes Interesse am Mädchenfußball besteht. Zumeist stammen die Kickerinnen aus Wilhelmshöhe, Harleshausen und Kirchditmold.

Bisher nahmen die C- und D-Jugend am Spielbetrieb teil, zur nächsten Saison startet auch eine B-Jugend. Rund 60 Mädchen tragen dann das TSG-Trikot. Weil viele der neu Gekommenen noch Nachholbedarf haben, stockte die TSG auch das Trainerteam auf. Neben Ulla Fernandez gehören mit Ricarda Stern und Sirin Bouzidi zwei Spielerinnen der ersten Mannschaft dazu, zwei weitere steigen in Kürze ein.

Sind die Wilhelmshöher personell also gut aufgestellt, um den Andrang zu bewältigen, so könnte bald ein räumliches Problem entstehen. „Es wird allmählich eng bei uns. Daher haben wir einen Förderverein Jugendfußball gegründet. Er soll die erforderlichen Mittel auftreiben, um auf der Brachfläche hinter dem Platz, dem früheren betonierten Handballfeld, einen Kunstrasen zu errichten“, erklärt Jugendleiter Peter Kirchner.

Doch zunächst einmal genießt die TSG die Gegenwart. Zumal es eine Meisterschaft zu feiern galt. Dabei präsentierten sich alle Mannschaften ihren Eltern und Freunden. Gemischte Teams trafen in einem Einlagespiel in der ersten Halbzeit auf eine Elf der Väter, in der zweiten durften die Mütter ran.

Dabei stand Livana Russo mehrmals ihrem Vater Vincenzo gegenüber, beide trugen die Nummer 10. Die Butter vom Brot ließ sich die 14-Jährige nicht nehmen. So wie auch in der Liga. Dort war sie mit 32 Treffern beste Torjägerin. Was ihre Mannschaft auszeichnet, schildert die Kapitänin so: „Wir lagen in den Spielen oft in Rückstand, haben aber in den letzten Minuten fast immer aufgeholt und gewonnen“, sagt Russo. Nur zweimal verließ die TSG nicht als Sieger den Platz.

Von Wolfgang Bauscher

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.